Wegen einer anhaltenden Hitzewelle und ausbleibender Niederschläge sind in der Donau erneut Wracks deutscher Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg aufgetaucht. Der Wasserstand des zweitlängsten Stroms Europas fiel auf historische Tiefstwerte, wodurch die alten Schiffe wieder sichtbar wurden.
In sozialen Netzwerken kursieren derzeit Aufnahmen, die mehrere Schiffsrümpfe zeigen, die teils im flachen Wasser, teils auf einer Sandbank in der Flussmitte nahe dem serbischen Dorf Prahovo liegen. Auch bei Opatovac in Kroatien wurde ein weiteres Wrack gesichtet: ein ungarisches Frachtschiff, das bereits 1937 gesunken war.
Schätzungen der Europäischen Investitionsbank zufolge könnten rund 200 Schiffe auf dem Grund der Donau liegen. Wegen der extrem niedrigen Pegelstände ist die Schifffahrt auf dem Fluss laut ungarischem Verkehrsministerium aktuell nahezu eingestellt.
Der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar warnte zudem vor möglichen Folgen für die Energieversorgung: Das Atomkraftwerk Paks, das fast die Hälfte des ungarischen Strombedarfs deckt, könnte wegen unzureichender Kühlwassermengen für mehrere Wochen abgeschaltet werden müssen.
In Budapest wurde vergangene Woche in der Nähe der Margaretenbrücke, einer zentralen Verkehrsverbindung, ein deutsches Artilleriegeschoss aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Als Vorsichtsmaßnahme wurde das Gebiet kurzzeitig gesperrt, während ein Sprengstoffexperten-Team im Einsatz war. Die ungarische Wetterbehörde registrierte in der Hauptstadt einen neuen Rekordtiefstand von 23 Zentimetern für die Donau – der bisherige Tiefstwert aus dem Jahr 2018 lag bei 33 Zentimetern.
Im Norden Bulgariens legte das schrumpfende Flussbett derweil etwas anderes frei: die vermutlichen Überreste eines Mammuts. Die Knochen wurden von einem Anwohner im Dorf Rjachowo entdeckt. Nikolai Nenow, Leiter eines regionalen Geschichtsmuseums in der nahegelegenen Stadt Ruse, bezeichnete den Fund als „sehr wichtig für die Wissenschaft”.
Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, wird der Pegel der Donau in den kommenden Tagen voraussichtlich weiter fallen. Für die Region sind keine nennenswerten Regenfälle angekündigt, und die Temperaturen sollen stellenweise die 38-Grad-Marke überschreiten.
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