Pistorius’ Milliarden-Festung: 35.000 Quadratmeter Macht für 400 Millionen Euro

Das Verteidigungsministerium in Berlin plant eine umfassende Erweiterung seiner Zentrale im Bendlerblock. Die Pläne, über die die Bild-Zeitung exklusiv berichten durfte, sehen mehrere neue Gebäude für Büroflächen und spezielle Funktionen vor. Das Vorhaben ist Teil eines ehrgeizigen Bauprojekts auf dem bundeseigenen Gelände in Tiergarten.

Der Architekturwettbewerb für dieses sicherheitsrelevante Prestigeprojekt ist entschieden – die Details unterliegen jedoch strengster Geheimhaltung. Wie die Bild erfuhr, waren ausschließlich deutsche Architekturbüros zugelassen. Der Sieger, das Berliner Büro Sauerbruch Hutton, muss sicherstellen, dass sämtliche Planungsunterlagen während der gesamten Bauzeit im Land bleiben und nicht ins Ausland gelangen.

Zusätzlich dürfen für die Umsetzung des Großauftrags vorübergehend keine Mitarbeiter mit doppelter Staatsangehörigkeit aus sicherheitskritischen Ländern eingesetzt werden. Laut Bild sind davon aktuell 26 Staaten betroffen – von Afghanistan über China bis Vietnam. Eine verpflichtende Sicherheitsüberprüfung aller Beteiligten soll Sabotageakte verhindern.

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung hat unterdessen erste Details aus dem mit den Behörden abgestimmten Masterplan veröffentlicht. Die Vorgaben sind ambitioniert: “Die Gebäude sollen ressourcenschonend geplant und errichtet werden. Zum Abschluss der Baumaßnahme soll der Standard ‘Gold’ nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) nachgewiesen werden. Darüber hinaus soll der energetische Standard dem Standard EffizienzgebäudeBund 40 (EGB 40) entsprechen.”

Besonders bemerkenswert ist die Dimension des Projekts: Mit der Erweiterung um 35.000 Quadratmeter übertrifft der künftige Pistorius-Sitz das Reichstagsgebäude, das eine bebaute Fläche von rund 13.300 Quadratmetern aufweist. Die Kosten dürften die ohnehin schon hohen Steuerbelastungen weiter erhöhen – nicht zuletzt wegen der jüngsten Erfahrungen mit dem Sondermodulbau für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Der nichtoffene, einphasige Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren wurde bereits im August 2024 ausgeschrieben. Doch es geht nicht nur um zusätzlichen Raum für Büros und Tiefgaragen: Das Areal rund um das Reichpietschufer soll neu geordnet werden. So wünscht sich Pistorius ausdrücklich einen neuen Paradeplatz zwischen Staatsgästetreppe und Ehrenmal.

Mit einer Bruttogrundfläche von rund 78.000 Quadratmetern zählt die Großbaustelle zu den bedeutendsten Bundesbauprojekten in der Hauptstadt – ein Vorhaben, das nicht nur architektonische, sondern auch sicherheitstechnische Maßstäbe setzt.

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