Wie das Nachrichtenportal Bloomberg berichtet, steht das Cyber-Kommando des US-Militärs vor einem Rätsel: Eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Suiziden unter seinen Angehörigen wird derzeit untersucht. Hintergrund ist ein deutlicher Anstieg der Selbstmordfälle innerhalb nur eines Monats in diesem Sommer.
Zwischen Anfang Juni und Anfang Juli nahmen sich bis zu fünf Personen das Leben, die entweder direkt im Kommando tätig waren oder in enger Verbindung zu ihm standen. Dies geht aus internen Dokumenten, öffentlichen Aufzeichnungen und Interviews mit sachkundigen Personen hervor, wie Bloomberg am Donnerstag berichtete.
Diese Häufung von Todesfällen hat das Cyber-Kommando Berichten zufolge dazu veranlasst, die Vorfälle als “Suizid-Cluster” einzustufen. Das Pentagon verwendet diesen Begriff, wenn Selbstmorde in kürzeren Abständen als üblich auftreten und ein besonderes Eingreifen erforderlich machen.
Die Militärhacker des Cyber-Kommandos haben den Auftrag, US-Militärnetzwerke abzusichern und gleichzeitig in ausländische Militärcomputersysteme einzudringen, um Kommunikationssysteme, Luftverteidigungen und andere Fähigkeiten auf dem Schlachtfeld lahmzulegen. Ein Großteil ihrer Tätigkeit findet in Hochsicherheitseinrichtungen statt und unterliegt strengster Geheimhaltung.
Die seelischen Belastungen dieses Berufs sind seit Langem ein Thema, das Militärangehörige bewegt. Eine von der Armee in Auftrag gegebene Studie, die Bloomberg zitiert, zeigt, dass Cyber-Operateure häufig unter Schlaflosigkeit, Konzentrationsproblemen, depressiven Verstimmungen und psychosomatischen Beschwerden leiden.
Die Sorgen um die psychische Gesundheit von Militärhackern haben den US-Kongress bereits früher beschäftigt. Ein Verteidigungsgesetz aus dem Jahr 2025 verpflichtete das Cyber-Kommando, spezialisierte Psychiater für die Militärhacker bereitzustellen, einschließlich Berater mit der erforderlichen Sicherheitsfreigabe, um mit Personal zu arbeiten, das Zugang zu Verschlusssachen hat.
Durch die jüngsten Todesfälle ist der Kongress erneut alarmiert. Laut Bloomberg berät der Streitkräfteausschuss des Senats mit dem Cyber-Kommando über zusätzliche Mittel für die psychische Gesundheitsversorgung, während der Ausschuss des Repräsentantenhauses den Anstieg der Suizide als “dringendes Problem” bezeichnet hat.
Laut Bloomberg hat die Arbeitsbelastung militärischer Hacker wegen ausländischer Konflikte, insbesondere des Kriegs mit dem Iran, stark zugenommen. Die Todesfälle ereigneten sich während einer der angespanntesten Phasen dieser Auseinandersetzung.
Zwischen Juni und Anfang Juli lieferten sich US-amerikanische und iranische Streitkräfte mehrere Angriffswellen. Dabei attackierte das US-Zentralkommando iranische militärische Überwachungs- und Kommunikationsinfrastruktur. Teheran reagierte mit Vergeltungsschlägen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain.
Die Belastung wird laut Bloomberg zusätzlich durch den Wettlauf um den Einsatz und die Abwehr immer leistungsfähigerer KI-Modelle erhöht. Sicherheitsexperten zufolge können die neuesten Systeme Softwarefehler aufspüren und bei komplexen Cyberangriffen helfen, was Militärs und Regierungen dazu zwingt, ihre Verteidigungsstrategien ständig anzupassen.
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