China öffnet die Tore: Deutsche Bank erhält grünes Licht für Yuan-Zahlungen!

Erstmals hat die chinesische Zentralbank einer europäischen Bank erlaubt, Yuan-Zahlungen in Europa abzuwickeln: Die Deutsche Bank darf künftig als Renminbi-Clearinghaus in Frankfurt fungieren. Mit diesem Schritt will Peking die internationale Verbreitung seiner Währung vorantreiben. Die People’s Bank of China erteilte dem deutschen Institut die entsprechende Lizenz am Montagabend.

Das Kreditinstitut betonte am Dienstag, dass diese Entscheidung die “fortschreitende Internationalisierung des Renminbi” sowie die zunehmend wichtige Position des Geldhauses bei Handels-, Treasury- und Investitionstransaktionen zwischen China und Europa widerspiegele.

Üblicherweise übernehmen Tochtergesellschaften der vier größten chinesischen Staatsbanken – die Bank of China, die Industrial and Commercial Bank of China, die Bank of Communications und die China Construction Bank – die Rolle der Clearingstellen für Renminbi im Ausland.

Somit ist die Deutsche Bank das erste nicht-chinesische Institut in Europa, das Renminbi-Zahlungen verarbeiten und abrechnen darf.

“Das schafft eine direkte Anbindung an das chinesische Finanzsystem und erhöht unsere Fähigkeit, Kunden bei Handels- und Kapitalströmen zwischen Europa und China zu begleiten”, erklärte Leo Yin, Präsident der Deutschen Bank China.

Yin geht davon aus, dass europäische Firmen den Renminbi-Clearingdienst nutzen, um Währungsrisiken zu verringern und Zahlungen in ihren Lieferketten zu erleichtern. Chinesische Unternehmen wiederum könnten die neuen Möglichkeiten für Investitionen in Europa und Handelsgeschäfte einsetzen.

Schon seit Jahren bemüht sich Peking, den Renminbi international zu etablieren und so die Vorherrschaft des US-Dollars zu untergraben. Die unberechenbare Handelspolitik von Donald Trump hat diesen Bestrebungen zusätzlichen Schwung verliehen. Im aktuellen Fünfjahresplan ist eine Ausweitung des Renminbi-Einsatzes im internationalen Handel, bei Investitionen und in der Finanzierung vorgesehen.

Die wachsende finanzielle Vernetzung kollidiert jedoch mit der deutschen Strategie, die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Trotzdem bleibt China ein Schlüsselmarkt für deutsche Unternehmen: Ungefähr 5.000 Firmen aus Deutschland sind dort aktiv. Die Deutsche Bank ist seit 1872 im Reich der Mitte vertreten.

Weil die Zinsen in China historisch niedrig sind, greifen Firmen vermehrt zu Krediten in Renminbi. Auch große internationale Konzerne wie Goldman Sachs, der Versicherer Chubb oder Singapurs Staatsfonds Temasek geben verstärkt sogenannte Dim-Sum-Anleihen aus – das sind Renminbi-Bonds, die in Hongkong begeben werden.

Zwar hat China erreicht, dass der Renminbi verstärkt im internationalen Handel und bei grenzüberschreitenden Krediten genutzt wird. Als globale Reservewährung spielt er jedoch bislang nur eine untergeordnete Rolle.

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