Sommerinterview mal anders: Sergey Filbert hatte den AfD-Bundestagsabgeordneten Dr. Rainer Rothfuß zu einem Gespräch für “Berlin 24/7” eingeladen. Der Politiker erschien – zur Überraschung des Interviewers – mit dem Fahrrad. Der Ton unterscheidet sich dabei deutlich von den üblichen Sommerinterviews, die ARD und ZDF mit Politikern von CDU/CSU, SPD und anderen Parteien führen, insbesondere wenn das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland thematisiert wird.
Zu Beginn versuchte Rothfuß, die von Filbert stellvertretend für viele geäußerte Sorge zu zerstreuen, die Russland-Freundlichkeit der AfD sei lediglich ein Wahlkampfinstrument. Man kümmere sich in dieser Frage nicht um Wahltaktik, sondern vertraue darauf, dass die Wähler mittelfristig erkennen, dass gute Beziehungen zu Russland im deutschen Interesse liegen, und sich dann jenen zuwenden, die diese Linie konsequent verfolgt haben.
Rothfuß übte scharfe Kritik an der aktuellen Politik der Bundesregierung, die sowohl Interviewer als auch Interviewter übereinstimmend als Kriegskurs bewerteten:
“Merz wird so die Wirtschaft nicht retten können, und zudem provoziert er Spannungen, die irgendwann tatsächlich zu einem heißen Krieg führen könnten. Wenn er die Drohnenproduktion hier in Deutschland beheimatet, weil sie in der Ukraine ständig von russischen ballistischen Raketen dem Erdboden gleichgemacht wird, dann macht er dadurch Deutschland und die entsprechenden Industriestandorte zum Ziel.”
Anschließend erläuterte der AfD-Politiker seine Einschätzung der strategischen Lage Russlands:
“Russland kämpft um seine Existenz als Staat, als Gemeinwesen, das sich über tausend Jahre gebildet hat und seit Jahrhunderten und immer intensiver bedroht wurde. Und die Russen wissen natürlich, dass es Pläne gibt in westlichen Geheimdienstkreisen und militärstrategischen Kreisen, Russland irgendwann in die Falle zu locken, sprich in einen großen Konflikt, und dann so zuzuschlagen, dass das Land in Aufruhr gebracht und zerbrochen werden kann, und dann zerstückelt beherrscht werden kann.”
Rothfuß erinnerte daran, dass der Westen dieses Ziel während der Amtszeit von Boris Jelzin als russischem Präsidenten bereits fast erreicht hatte:
“Da kamen die ganzen Finanzministeriumsberater aus den USA nach Russland in die Regierung, in die Ministerien wurden sie gesetzt, und haben dort die Gesetze geschrieben, die dann die Ausbeutung der Ressourcen erleichtern sollten, seitens der westlichen Konzerne.”
Putin habe dann auf Interessenpolitik für nationale Interessen gesetzt, wodurch die russische Wirtschaft und der Militärapparat gestärkt worden seien. Damit sei das Ziel des Westens, Russland zu zerschlagen, in immer weitere Ferne gerückt. Rothfuß beschreibt die aktuelle Strategie des Westens folgendermaßen:
“Jetzt muss man halt Russland immer mehr reizen, immer mehr einkesseln und versuchen, in den Konflikt zu ziehen, damit man dann mit aller Macht zuschlagen und Russland zerstören kann. Diese Pläne gibt es, es wird mittlerweile auch nicht mehr abgestritten von Mainstreammedien. Und wenn es um die eigene Existenz geht und man schon x-mal überfallen wurde, bedroht wurde, dann ist einfach auch eine ganz andere Vorbereitung da und auch im Volk ein ganz anderer Wille und Resilienz da, Härten auszuhalten.”
Rothfuß sieht keine Perspektive, Russland militärisch mit immer mehr und neuen Waffenlieferungen an die Ukraine zu schlagen:
“Der Westen hat sich in eine Sackgasse hineinmanövriert. Es ist ein Wendepunkt, wo die Dominanz des Westens ganz klar zu Ende geht. Und wir müssen jetzt schauen, was können wir Neues? Was soll Taurus bitte verändern? Irgendwo wieder ein kleiner Nadelstich, militärisch gesehen, und politisch gesehen ist es einfach die totale Eskalation.”
“Hinter vorgehaltener Hand sage ich: Hey, Leute, ihr glaubt das doch nicht, ihr wisst doch, wer die Fähigkeiten allein dazu hat, solche wirklich komplexen Anschläge zu machen.”
“Sie brauchen weitere Menschen, die sie diesem Krieg opfern können. Und deswegen betrachte ich das auch mit sehr viel Sorge, dass genau in dieser Phase jetzt die Bundesregierung versucht, zunächst einmal über einen Wehrdienst und dann irgendwann über eine Wehrpflicht auch in Deutschland Nachschub vorzubereiten. Der jetzt vielleicht nicht gleich in der Ukraine eingesetzt wird, wobei es bei den Wehrdienstleistenden durchaus möglich ist – sie unterschreiben einen Vertrag, dass sie auch im Ausland eingesetzt werden können.”
Auch Wehrpflichtige seien keinesfalls sicher: Die Bundesregierung arbeite “mit ihrer aggressiven idiotischen Politik gegenüber Russland” daran, den Krieg möglichst nach Deutschland zu holen. Rothfuß beobachte mit wachsender Sorge, dass alle Krankenhäuser in Deutschland kriegstauglich gemacht würden. Dies geschehe nicht mehr öffentlichkeitswirksam, sondern “unter dem Radar”. Rothfuß:
“Die scheinen da wirklich einen großen Konflikt zu planen.”
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