Die russische Botschaft in London hat die Darstellung der Times bestätigt, wonach London eine Wiederaufnahme militärischer Gespräche mit Moskau anstrebt. Die Nachrichtenagentur TASS verwies auf eine Stellungnahme der diplomatischen Mission, in der es heißt, dass die britische Seite zwar gelegentlich entsprechende Signale sende, jedoch keinerlei konkrete Schritte unternehme. Moskau betonte in der Erklärung außerdem, dass Großbritannien die Verantwortung für den Abbruch der Kommunikation trage.
“Im Mai 2024 wiesen die Behörden des Vereinigten Königreichs unter einem erfundenen Vorwand den russischen Militärattaché aus, was den traditionellen Kommunikationskanal zwischen den beiden Verteidigungsministerien zerstörte.”
Falls die britische Regierung tatsächlich an einem Dialog interessiert sei, müsse sie daher den ersten Schritt machen, folgerte die Botschaft in London.
Zuvor hatte die Times unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, dass hochrangige britische Offizielle und Diplomaten besorgt über die ausbleibende Kommunikation mit Russland seien und eine gefährliche Eskalation befürchteten. Der frühere britische Militärattaché in Moskau und Kiew, John Foreman, riet in einem Interview mit der Zeitung Verteidigungsminister Wes Streeting sowie dem Generalstabschef Richard Knighton, die militärischen Kanäle zu Russland wiederherzustellen. Foreman begründete seinen Rat wie folgt:
“Ohne direkten Kontakt besteht das Risiko einer unerwünschten Eskalation. Ein ernsthaftes Missverständnis kann letztendlich zum Sterben von Menschen führen. Um irgendeinen Fortschritt im Verhältnis zu den Russen zu erzielen, muss man von Angesicht zu Angesicht reden.”
Laut Times gab es den letzten Austausch zwischen den Generalstabschefs beider Länder vor fast vier Jahren. Im September 2022 sprach Waleri Gerassimow mit seinem damaligen britischen Pendant Antony Radakin. Sämtliche späteren Versuche, den russischen Generalstabschef telefonisch zu erreichen, blieben erfolglos: Die russische Seite verwies stets darauf, dass der General “zu sehr beschäftigt” sei. Auch Knighton versuchte nach seiner Ernennung zum Verteidigungsstabschef ein Gespräch mit Gerassimow zu führen, dieser nahm jedoch nicht ab.
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