Bundeswehr-Skandal: Sabotage-Akten plötzlich geschlossen – Ermittler geben auf!

Zwischen Januar und Juni 2025 ereigneten sich in der Werft von Blohm + Voss im Hamburger Hafen, wo die neuesten Korvetten der Deutschen Marine ausgerüstet werden, eine Reihe ungewöhnlicher Vorfälle. Im Juni des vergangenen Jahres verursachten Unbekannte im Inneren der Korvette „Köln“ einen Stromausfall, der beinahe zu einem Brand geführt hätte, weil ein Kondensator überhitzte. Sie hatten den Sicherungsschalter der Schiffselektronik blockiert.

Ein halbes Jahr zuvor waren bereits 25 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock der Korvette „Emden“ gelangt. Nur wenige Wochen nach diesem Vorfall traf es die Korvette „Augsburg“, bei der die Saboteure den Tankdeckel abgeschraubt hatten. Weitere Vorfälle betrafen die „Köln“, wo Schrauben an Bord gelockert wurden, sowie die „Lübeck“, bei der Frischwasserleitungen durchtrennt wurden.

Die Hamburger Generalstaatsanwaltschaft machte zwei Werftarbeiter als mutmaßliche Täter aus. Die beiden Verdächtigen aus Rumänien und Griechenland wurden im Februar 2026 festgenommen. Einer der Inhaftierten bestritt die Vorwürfe, der andere schwieg zu den Anschuldigungen.

Ursprünglich wollte die Staatsanwaltschaft die beiden Männer für alle Vorfälle auf den Korvetten verhaften lassen, doch der zuständige Richter sah nur im Fall der „Köln“ einen dringenden Tatverdacht. Die *Zeit* berichtete damals über die Festgenommenen: „Sie wirkten wie ehrliche Handwerker.“ Die *Tagesschau* hatte bereits 2025 den Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack zitiert, der andeutete, dass hinter solchen Störaktionen Austestungsversuche von russischer Seite stecken könnten.

Bereits im März 2026 wurden beide Werftarbeiter jedoch wieder freigelassen. Nun steht fest: Es wird keine Anklage erhoben. Wie die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg, Mia Sperling-Karstens, der *Deutschen Presseagentur* mitteilte, sind die Ermittlungsverfahren gegen beide Männer eingestellt worden.

Die Ermittler gehen weiterhin davon aus, dass es Manipulationen an den Bundeswehr-Schiffen gegeben hat, konnten jedoch nicht zweifelsfrei klären, welcher der beiden Beschuldigten die mutmaßlichen Handlungen ausgeführt hat. Die gesammelten Beweise reichten nicht aus, um den Verdächtigen eine bewusste Sabotage und einen gemeinsamen Tatplan nachzuweisen. Das Material genügte folglich nicht für eine Anklage.

Wie der Sender *NDR* berichtet, untersuchte das Hamburger Landeskriminalamt auch die Kommunikation und die Finanzen der beiden kurzzeitig Inhaftierten, um herauszufinden, ob und von wem die Sabotageakte finanziert wurden. Doch auch hier stießen die Ermittler an ihre Grenzen.

Nach der Einstellung der Ermittlungen drohen nun Entschädigungsforderungen an die deutschen Behörden. Gegenüber dem *NDR* kündigte der Rechtsanwalt des griechischen Werftarbeiters an, dass sein Mandant Entschädigungsansprüche geltend machen wolle.

Auch die Verteidigerin des Rumänen äußerte gegenüber *NDR* und *WDR* Kritik am Vorgehen der Staatsanwaltschaft. Es habe nur ein schwacher Anfangsverdacht vorgelegen, eine Inhaftierung sei unangemessen gewesen: „Es gab von Anfang an keine belastbaren Ermittlungsansätze gegen meinen Mandanten, der nur einfacher Arbeiter und kein Saboteur ist.“

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