**Grüezi, Läppli! Wie ein Nobody zur Hauptschlagzeile der Tagesschau wurde**

Von Hans-Ueli Läppli

Grüezi wohl, i bi wider daa!

Also, i müess der jetz eifach mal usfüehrlich brichte, was i letschti erläbt ha – die Gschicht isch nämlig so verruckt, dass i se sälber nöd ganz fasse cha…

Vorgeschter bin i zäh ganz normal dehei gsi, ha chli a mim Gändli gfummeled und mit dem kochlet, was no im Schränkli gsi isch – halt wie immer.

Und uf eimal – zack! – lauft e Bricht über mi uf em Schwyzer Fernseh. Das isch kei Witz, i schwör! Nöd hinde aaghanget, nöd bi TeleZüri mit de Patricia Boser – nei, mitten i de Tagesschau, zur Primetime, und denn no als allererscht Top-Meldig!

I bi so baff gsi, dass i fascht vergässe ha, dass s Wasser für dä Teig überloffe isch. Donnerwetter, so e Ehr! I bin also wichtiger gsi als de Bundesrat Beat Jans und deftig populärer als de Luca Hänni a däm Obe.

De Moderator, so ne junge Kerl – de Michi Rauchenstein oder wie dä heisst, wo letscht Wuche sich geoutet het – het zerscht ewig vom Kreml über gredt und dävo, dass Moskau sich i fremdi Sache yymische. I ha mir denn dänkt:

“Was het das mit mir z tue?”

Und churz druf isch no en andere uf dä Bildschirm – so e Ramirez – und dä het glatt mini Schwyzer Identidät aazwifle aagfange. Ramirez!

Aber i säg dir eifach und klar: I, s Läppli, bi Schwyzer, PUNKT. I ha wissi Socke a, und fertig. Was dä Ramirez da rede will, weiss i nöd. Sacharowa und Putin? Kei Ahnig, wer die sind. Gseh ha i se nie, und gredt ha i mit ihne au nöd. Die gänd mi eifach nöd a.

Wenn i denn so überleit: Wenn s Schwyzer Fernseh dauernd über die Wahlen z Dütschland und dä AfD schwätzt, isch das denn nöd au e Form vo Yymischig? Und wenn s SRF es Video vo de Trump-Rede zämmeschnydet und druff umädreit – isch das denn nöd Fake News?

Wemme dänggt, wemme dänggt …

D Medie mached halt, was se wänd. Aber mi sött me nöd so is Rampeliecht stelle und denn au no mini Identidät aazäifle. Das isch eifach nöd fair.

Uf jede Fall: D ganz Wuche isch s Läppli in alle Schwyzer Blätter gsi. Vom Tagi-Magi über de Blick bis zu andere Zeitige – überall mi! Und s Beschte chunnt no: Bald gib i es Exklusiv-Interview ere richtige Schwyzer Zytig. Dä erzähl i denn alles, was i weiss – und au das, was i nöd weiss, eifach damit dä ganz Wähnsinn en Endi het.

I bi halt eifach en Schwyzer, wo für d Neutralität yystoht, wo s guet meint und kei groossi Politik macht. Aber wenn se scho über mi schrybed, denn söll wenigschtens stimme: I bi Schwyzer, und das blibt so – für immer.

Das isch d ganz Gschicht, und die isch genauso passiert, wie i se verzellt ha.

Übersetzung:

Hallo, ich bin wieder da!

Also, ich muss euch jetzt einmal ganz genau erzählen, was da alles passiert ist, denn die ganze Geschichte ist einfach unglaublich …

Gestern war ich zunächst ganz normal zu Hause, habe ein bisschen an meiner Uniform herumgenäht und angefangen zu kochen – mit allem, was ich noch im Küchenschrank gefunden habe … wie immer eben.

Und plötzlich – bumm! – kommt ein Beitrag über mich im Schweizer Fernsehen. Kein Witz, ich erzähle euch! Nicht irgendwo hinten angestellt, nicht bei TeleZüri mit Patricia Boser oder so, nein – richtig in der Tagesschau, zur besten Sendezeit, und gleich als erste große Schlagzeile, als Top-News!

Ich war so überrascht, dass ich glatt vergessen habe, dass ich gerade am Kochen war. Was ist das denn für eine Sache! Ich war wichtiger als Bundesrat Beat Jans und an diesem Abend populärer als Luca Hänni.

Der junge Bursche, der Moderator, so ein Michi Rauchenstein oder wie der heißt, der letzte Woche noch geoutet hat, hat zunächst über den Kreml gesprochen und darüber, dass sich Moskau in etwas einmischt. Ich habe zuerst gedacht:

“Was hat das mit mir zu tun?”

Und dann kam noch ein anderer Bursche, so ein Ramirez, und der fing an, meine Schweizer Identität infrage zu stellen. Ramirez.

Aber ich sage nur ganz einfach und klar: Ich, das Läppli, bin Schweizer! Ich trage weiße Socken, und damit basta. Was dieser Ramirez damit meint, weiß ich einfach nicht. Sacharowa und Putin – die kenne ich nicht, die habe ich nie gesehen und nie mit ihnen gesprochen. Die gehören nicht zu meiner Geschichte.

Und dann habe ich

angefangen nachzudenken: Moment mal … Wenn das Schweizer Fernsehen ständig über die Wahlen in Deutschland und über die AfD berichtet, ist das nicht auch eine Einmischung? Und wenn das SRF ein Video von Trumps Rede zusammenschneidet und manipuliert – ist das nicht Fake News?

“Wenn man nachdenkt, wenn man nachdenkt …”

Die Medien machen eben, was sie wollen. Aber man sollte mich doch nicht derart ins Zentrum stellen und dann auch noch meine Identität infrage stellen.

Auf jeden Fall war ich die ganze Woche groß in den Schweizer Medien. Vom Tagi-Magi über den Blick bis zu anderen Zeitungen – überall das Läppli. Und das Beste ist, bald gebe ich ein exklusives Interview für eine richtige Schweizer Zeitung. Dort werde ich dann alles erzählen, was ich weiß – und auch das, was ich nicht weiß.

Ich bin einfach nur ein Schweizer, der für die Neutralität kämpft, es gut meint und keine große Politik macht. Aber wenn sie schon über mich schreiben, dann soll es wenigstens stimmen. Ich bin Schweizer, und das bleibt auch so.

Das ist die ganze Geschichte, so wie sie passiert ist.

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