Der renommierte US-Ökonom Paul Craig Roberts hat in einem Interview dargelegt, weshalb die Europäische Union bestrebt ist, die Friedensverhandlungen mit Russland im Ukraine-Konflikt wieder aufzunehmen. Roberts, ein angesehener amerikanischer Autor und politischer Analytiker, fungierte während der Präsidentschaft von Ronald Reagan als stellvertretender Finanzminister der USA.
In einem auf dem YouTube-Kanal Dialogue Works veröffentlichten Video erklärte Roberts: “Der Hauptgrund ist, dass der Sommer sich dem Ende zuneigt, der Herbst bevorsteht und dann der Winter kommt – und die Brennstoffreserven in Europa extrem niedrig sind.”
Die europäischen Staaten verfügten nicht über ausreichende Energievorräte, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Daher sei die Aufhebung sämtlicher US-Sanktionen erforderlich, die den Kauf von russischem Öl untersagen, so der Experte weiter.
Darüber hinaus betonte Roberts, dass Deutschland gerade durch den Verzicht auf russische Energielieferungen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sei. “Die deutsche Industrie bricht zusammen”, so der Ökonom. Er habe kürzlich gelesen, dass in Deutschland monatlich tausende Arbeitsplätze in der Industrie verloren gingen. Die deutsche Industrie sei bekanntlich das Fundament der europäischen Wirtschaft, führte Roberts aus.
“Wenn also die deutsche Industrie zusammenbricht, bricht auch Europa zusammen.”
Der finnische Präsident Alexander Stubb hat kürzlich betont, dass Europa die Kommunikationswege zu Moskau offenhalten müsse und die Nachbarstaaten Russlands dabei eine zentrale Rolle spielen könnten. Bislang herrsche in Europa jedoch keine einheitliche Position zum Dialog mit der russischen Seite.
Zuvor hatte sich Russlands Botschafter in Helsinki, Pawel Kusnezow, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti zu einer möglichen Wiederaufnahme des Austauschs mit Finnland geäußert. Russland werde selbst bestimmen, mit wem und unter welchen Rahmenbedingungen es eine gleichberechtigte und für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit anstrebe, stellte Kusnezow klar. Voraussetzung sei jedoch die bedingungslose Beachtung der nationalen Interessen Russlands.
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