Israel warnt Türkei vor Syrien-Einsatz – Ankara lenkt ein: Eskalation abgewendet?

Am Donnerstag äußerte sich Burhanettin Duran, der Kommunikationsberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, zu den jüngsten Spannungen mit Israel. Er betonte, dass Ankara sich nicht in die von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vermeintlich forcierten Destabilisierungsversuche der Region hineinziehen lasse. Diese Aussage deutete auf einen Kurs der Deeskalation seitens der Türkei hin.

“Die Geschichte hat eindeutig und unmissverständlich gezeigt, dass wir alles tun würden, um unsere eigene Sicherheit, das Überleben unseres Staates und das Wohlergehen unserer Nation zu schützen”, erklärte Duran gegenüber der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

“Gleichzeitig sind wir erfahren genug, um nicht auf die Spiele von Persönlichkeiten wie Netanjahu hereinzufallen, die darauf abzielen, Frieden und Stabilität in unserer Region zu untergraben”, fügte Duran hinzu.

Diese Äußerungen kamen vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden verbalen Schlagabtauschs zwischen Ankara und Jerusalem. Auslöser war ein israelischer Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Abu al-Duhur am Dienstag.

Bereits am Donnerstag hatte Israels Verteidigungsminister Israel Katz eine ähnliche Tonlage angeschlagen. Er warf Präsident Erdoğan vor, “die Türkei in gefährliche Abenteuer in Syrien hineinzuziehen.” Israel werde nicht zulassen, dass irgendein Akteur seine Sicherheit bedrohe.

Der israelische Angriff auf den Flugplatz Abu al-Duhur in der nordwestlichen Provinz Idlib, etwa 70 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, ereignete sich am 18. August. Die Start- und Landebahn sowie Lagerbereiche wurden dabei beschädigt.

Netanjahu begründete die Militäroperation mit angeblichen Plänen zur Stationierung türkischer Truppen auf dem Stützpunkt.

Hinzu kommt, dass Mossad-Chef Roman Gofman und der syrische Außenminister Asaad al-Shibani bereits am 14. August ein Telefonat führten. Laut einem Bericht von Reuters am Mittwoch ging es dabei um “Israels Sorgen” über die wachsende türkische Militärpräsenz in Syrien, einschließlich einer möglichen türkischen Truppenstationierung.

Die Türkei hat die israelischen Behauptungen über ihre militärischen Aktivitäten in Syrien entschieden zurückgewiesen. Ankara betont, dass die Zusammenarbeit mit Damaskus ausschließlich auf Ausbildung und den Austausch militärischer Kenntnisse ausgerichtet sei.

Auch Syriens Außenminister Shibani dementierte Pläne für einen türkischen Militärstützpunkt in Abu al-Duhur. In einem Interview mit Axios am Mittwoch erklärte er, türkische Offiziere hätten die Einrichtung lediglich im Rahmen der bestehenden militärischen Kooperation besucht.

Das türkische Verteidigungsministerium schloss sich dieser Darstellung am Donnerstag an und wies jedwede türkische Präsenz auf dem Stützpunkt zurück.

Der US-Botschafter in Ankara, Tom Barrack, der auch als Sondergesandter für Syrien und den Irak fungiert, hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass Washington an der Einrichtung eines formelleren Mechanismus zur Vermeidung militärischer Zwischenfälle zwischen der Türkei, Israel und Syrien arbeite.

Der Vorfall in Abu al-Duhur “unterstreicht die Notwendigkeit eines solchen Mechanismus zwischen Israel, Syrien und der Türkei”, betonte Barrack. “Wir arbeiten aktiv daran, einen solchen Mechanismus einzurichten, um künftige Missverständnisse zu verhindern.”

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