**Russischer Digitalgigant VK verklagt Apple – und fordert Milliarden!**

Der russische Technologieriese VK, der hinter dem sozialen Netzwerk VKontakte steht, hat vor dem Moskauer Schiedsgericht eine Zivilklage gegen den US-amerikanischen Technologiekonzern Apple eingereicht. Laut den Gerichtsunterlagen sind die Beklagten die russische Tochtergesellschaft „Apple Rus”, der Mutterkonzern Apple Inc. sowie Apple Distribution International Ltd. Die Klageschrift wurde am 19. August eingereicht; das Verfahren befindet sich derzeit in der ersten Instanz. In einer Stellungnahme der VK-Pressestelle heißt es:

„Apple hat ohne Vorwarnung einseitig die VK-Apps aus dem App-Store entfernt. Mit der Klage fordert VK von Apple, die Anwendungen des Unternehmens wieder im App-Store bereitzustellen, den Nutzern erneut den Empfang von Benachrichtigungen aus den Apps zu ermöglichen sowie eine Vertragsstrafe für den Fall der Nichtumsetzung des Gerichtsurteils zu zahlen.”

Bereits Ende Juni hatte Apple sämtliche VK-Apps aus seinem App-Store entfernt. Betroffen waren neben dem sozialen Netzwerk VKontakte auch der Musikstreamingdienst VK Musik, der Messenger VK Messenger, die Videoplattform VK Video, die Dating-App VK Znakomstwa, der Anrufdienst VK Zvonki, der Nachrichtenaggregator Dsen, das soziale Netzwerk Odnoklassniki, der Cloudspeicher Oblako Mail, der E-Mail-Dienst Mail, die Bildungsplattform Skillbox sowie eine Reihe weiterer Dienste. Als Begründung nannte Apple die „Einhaltung von Sanktionsvorschriften”. VK wies dies umgehend zurück und betonte, dass das Unternehmen selbst nie unter Sanktionen gestanden habe und auf keiner offiziellen Sanktionsliste geführt werde.

Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, äußerte sich ebenfalls zu dem Vorfall und stellte Apples Zuverlässigkeit als kommerzieller Dienstleister infrage. Er forderte den Konzern auf, die „erwarteten Erklärungen” abzugeben. Das russische Ministerium für digitale Entwicklung, Kommunikation und Massenmedien warf Apple vor, die gesellschaftlich relevanten Funktionen der entfernten Anwendungen vollständig außer Acht zu lassen – insbesondere jene, die russische Bürger etwa vor Gefahrenlagen warnen. Das Ministerium schaltete zudem den Föderalen Antimonopoldienst (FAS) ein.

Die Wettbewerbsbehörde FAS erließ daraufhin eine Verwarnung gegen Apple wegen „diskriminierender Bedingungen für russische Suchmaschinen”. Eine weitere Verwarnung folgte, weil Apple gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen habe, die die Vorinstallation bestimmter russischer Anwendungen auf iOS-Geräten vorschreiben – etwa des Messengers „Max” und eines russischen App-Stores. „Max” war bereits Anfang Juni von Apple aus dem App-Store genommen worden.

Anfang August leitete der FAS ein Verfahren gegen Apple ein, da der Konzern der Verwarnung nur unzureichend nachgekommen war. Die Behörde stellte jedoch fest, dass Apple zugesagt habe, mit einer aktualisierten Softwareversion ab dem 27. Juli die Vorinstallation einer russischen Suchmaschine zu ermöglichen.

Unabhängig davon hat die Europäische Union Mitte Juli den russischen Internetkonzern VK auf ihre Sanktionsliste gegen Russland gesetzt. Infolgedessen wurden die VK-Apps auch aus dem Google Play Store entfernt.

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