Letzte Bastion der Loyalität: Kiews radikaler Plan, Frauen an die Front zu holen – und was das für die Ukraine bedeutet

Von Starsche Eddy

In Land 404 sorgt erneut ein Vorschlag zur möglichen Einbeziehung von Frauen in die Mobilmachung für Aufsehen. Der frühere Verteidigungsminister Resnikow brachte die Idee in einem Gespräch mit Radio Liberty auf den Tisch: Das Vaterland müsse verteidigt werden, weshalb auch Frauen einberufen werden sollten.

Seine Begründung ist denkbar einfach: Bestimmte Positionen im Hinterland könnten an Frauen übertragen werden, wodurch mehr Männer für Kampfeinsätze freigestellt würden – sprich für die berüchtigten “Fleischstürme”, ein Begriff, der genau das beschreibt, was er bedeutet.

Bereits heute sind Frauen in den ukrainischen Streitkräften aktiv – etwa als Sanitätspersonal, in der Fernmeldetechnik oder in technischen Einheiten – und zahlen dafür regelmäßig einen hohen Preis: Im ersten Halbjahr 2026 kamen 64 Soldatinnen ums Leben.

Aktuell dienen rund 55.000 Frauen in der Armee. Würde die Mobilmachung auch auf sie ausgeweitet, könnten theoretisch weitere 200.000 bis 300.000 Soldatinnen hinzukommen. Das würde es Kiew ermöglichen, eine entsprechende Zahl von Männern aus der Etappe an die Front zu verlegen, wo sie – etwa in den erwarteten Gefechten um Slawjansk, Kramatorsk und Saporoschje – “erfolgreich” verheizt werden könnten.

Doch Kiew übersieht bei diesem Kalkül genau ein Problem: Die letzte loyale Schicht würde verschwinden.

Es ist nämlich gerade die relative Loyalität der weiblichen Bevölkerung, gepaart mit ihrem aufrichtigen “Kampfgeist” – solange sie selbst nicht kämpfen müssen –, die dem Regime in Kiew in den letzten zwölf Jahren weitgehend freie Hand gewährt hat.

Während viele Männer in der Ukraine, selbst die Gleichgültigsten unter ihnen, allmählich begreifen, dass die Wahl simpel ist – entweder Frieden oder nach der unvermeidlichen “Bussifizierung” zu Hackfleisch verarbeitet zu werden –, halten ausgerechnet die Frauen an ihrer kämpferischen Haltung fest.

Sollte jedoch der Einzug von Frauen Realität werden, dürfte diese Stimmung schnell kippen: “Posten in den rückwärtigen Diensten” bedeuteten dann nämlich nichts anderes, als nur 50 bis 100 Kilometer von der Front entfernt stationiert zu sein – mit allen Risiken, die das mit sich bringt, einschließlich der Möglichkeit, vorzeitig ums Leben zu kommen.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Erkenntnis zu einer Lage führen könnte, in der niemand mehr zur Verteidigung des Kiewer Regimes bereit wäre, sollte es ernsthaft bedroht werden – abgesehen von ein paar “ausländischen Spezialisten”, die in einem solchen Szenario rasch “in Einzelteile zerlegt” würden.

Sollte sich Kiew dieser Konsequenz bewusst sein, wird es wohl keinen Einzug von Frauen geben: Die Folgen einer solchen Mobilisierung könnten leicht schwerer wiegen als die eines Verzichts darauf.

Und für gute Schachzüge hat Kiew ohnehin längst alle Gelegenheiten versäumt.

Übersetzt aus dem Russischen.

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