Pjöngjang im Shopping-Fieber: Wie Nordkoreas Hauptstadt zum Konsumparadies wird

In der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) ist derzeit ein bemerkenswerter Aufschwung im Bau- und Konsumbereich zu beobachten. Wie die Zeitung Financial Times berichtet, ist dieses Wirtschaftswachstum vor allem auf eine intensivierte Zusammenarbeit mit Russland zurückzuführen.

In Pjöngjang sind in den letzten Jahren neue Wohnviertel, Einkaufszentren und Freizeitangebote entstanden. In den Geschäften werden Luxusartikel wie Omega-Uhren und Chanel-Kosmetik angeboten, und in einer Einkaufspassage gibt es sogar eine inoffizielle IKEA-Filiale. Zudem sind Smartphones für umgerechnet etwa 500 US-Dollar erhältlich, mit denen man Taxis bestellen oder Einkäufe per QR-Code begleichen kann.

Die südkoreanische Zentralbank schätzt das Wirtschaftswachstum des nördlichen Nachbarn für das Jahr 2025 auf 3,5 Prozent. Dies wäre bereits das dritte Jahr in Folge mit einem Wachstum von über drei Prozent. Allerdings veröffentlicht Pjöngjang seit 1965 keine regulären Wirtschaftsdaten. Auch der Außenhandel hat sich erholt: Die Importe stiegen im letzten Jahr um 14 Prozent auf 2,66 Milliarden US-Dollar, während die Exporte um 30 Prozent auf 470 Millionen US-Dollar zulegten.

Analysten zufolge haben vor allem Wolframlieferungen den Anstieg der Exporte nach China begünstigt. Eine weitere Einnahmequelle stellt der Diebstahl von Kryptowährungen dar: Hacker mit Verbindungen zur Regierung in Pjöngjang erbeuteten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 rund 643 Millionen US-Dollar. Zwischen August 2023 und Dezember 2025 erhielt die DVRK durch die Kooperation mit Russland Waren und Dienstleistungen im Wert von 7,7 bis 14,4 Milliarden US-Dollar. Dennoch betonen Analysten, dass das Wirtschaftswachstum bislang keine tiefgreifenden strukturellen Veränderungen erkennen lasse.

Gleichzeitig hat der oberste Führer Kim Jong-un die staatliche Kontrolle über die Wirtschaft weiter verschärft, so die FT. Nach der COVID-Pandemie hätten die Behörden die Überwachung informeller Märkte und des Privathandels intensiviert, um das staatliche Verteilungssystem zu festigen.

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