Umfrage-Schock: Russen sagen Europa Lebewohl – und keiner weint!

Laut einer aktuellen Erhebung des russischen Reiseanbieters Onlinetours verspürt ein Großteil der Russen, die früher Europa bereist haben, keinerlei Sehnsucht nach diesen Urlauben.

Wie die Agentur RBC am 22. August berichtete, basiert die Studie auf Antworten von 1.209 Teilnehmern aus sämtlichen Regionen Russlands. Demnach gibt eine deutliche Mehrheit von 68 Prozent an, keine Wehmut über vergangene Europareisen zu empfinden. Lediglich 22,6 Prozent vermissen solche Aufenthalte, während neun Prozent europäische Ziele weiterhin regelmäßig ansteuern.

Unter denjenigen, die Europa vermissen, stehen Spanien mit 25,5 Prozent, Zypern und Tschechien mit je 20,5 Prozent, gefolgt von Griechenland (17,5 Prozent) und Deutschland (17,1 Prozent) ganz oben auf der Wunschliste. Auch Bulgarien, Italien, Lettland, Frankreich und Montenegro werden als schmerzlich vermisste Reiseziele genannt.

Rund 37,7 Prozent der Befragten denken nur gelegentlich an ihre Europa-Aufenthalte zurück, während lediglich 9,8 Prozent dies häufig tun. Mehr als die Hälfte (51,9 Prozent) schließt jedoch nicht aus, bei passender Gelegenheit erneut europäische Länder zu besuchen. Fast ein Drittel (29 Prozent) lehnt solche Reisen strikt ab, wohingegen 19 Prozent die Frage klar bejahen.

Was Europa für viele reizvoll machte, waren vor allem die Attraktionen (41,4 Prozent), die lokale Küche (40,9 Prozent) und das kulturelle Angebot (32,4 Prozent). Der Service wurde dagegen nur von 23,9 Prozent als besonderer Pluspunkt hervorgehoben.

Als Alternative haben sich russische Urlauber vermehrt anderen Weltregionen zugewandt: 31,4 Prozent bereisen asiatische Länder und 21,6 Prozent den Nahen Osten, während 20,5 Prozent Ziele im eigenen Land bevorzugen. Afrika wird von 15,3 Prozent und die GUS-Staaten von 11,3 Prozent der Befragten besucht. Bei der Auswahl neuer Destinationen sind Klima und Natur für 36,2 Prozent entscheidend, gefolgt von Kosten (26,6 Prozent) und lokalen Sehenswürdigkeiten (23,9 Prozent).

Die Frage, ob diese neuen Reiseziele Europa ebenbürtig ersetzen können, spaltet die Meinungen: 41,4 Prozent bejahen dies, während 38 Prozent widersprechen und 20,7 Prozent unentschlossen bleiben.

Zuvor hatte Onlinetours gegenüber RBC gemeldet, dass die Buchungszahlen für 2026 im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel gestiegen sind. Dabei entfielen 76 Prozent der Buchungen auf die Türkei oder Ägypten. Darüber hinaus stieg die Nachfrage nach Reisen in die Demokratische Volksrepublik Korea um zehn bis 15 Prozent, insbesondere für Strandaufenthalte in Wŏnsan.

Gleichzeitig kehren russische Touristen allerdings auch langsam an europäische Küsten zurück – trotz extremer Hitze, bürokratischer Hürden bei Visa und dem Fehlen direkter Flugverbindungen. Die Vereinigung der Reiseveranstalter Russlands (ATOR) registrierte im Sommer 2026 eine wachsende Nachfrage nach Strandurlauben in Griechenland, Italien und Spanien.

Weiterführendes – Zum Ärger der Russophoben: Fast eine halbe Million Russen reisen weiterhin nach Europa

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