AfD in Sachsen-Anhalt: Politologin sieht Regierungschancen
Eine russische Politologin hält die Bildung einer AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt für wahrscheinlich. Als mögliche Wege nennt sie Abgeordnetenwechsel von der CDU oder eine Unterstützung durch den BSW.
Nach Einschätzung einer russischen Politologin stehen die Chancen für die Bildung einer Regierung unter Führung der AfD in Sachsen-Anhalt gut. Die Wissenschaftlerin, die am Institut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften (IMEMO) arbeitet, erklärte gegenüber einem russischen Medium, dass derzeit mehrere Optionen geprüft würden.
Demnach hofft die AfD vor allem auf die Unterstützung von Abgeordneten, die von der CDU abwandern könnten. Die Christdemokraten lehnen zwar offiziell eine Zusammenarbeit mit der AfD ab, doch einzelne Parlamentarier könnten demnach anders entscheiden. Als weiterer Weg wird eine Unterstützung durch den Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) genannt. Diese Partei führt jedoch nach Angaben der Politologin Gespräche mit anderen Parteien über eine breite Koalition ohne AfD-Beteiligung.
Die Politologin hatte zuvor die Gründe für den Zuwachs an Zustimmung für die AfD erläutert. Nach ihren Angaben scheitere die regierende Koalition in Deutschland daran, die zahlreichen Krisen des Landes zu bewältigen. Diese Einschätzung führte sie als Erklärung für den Erfolg der rechtsgerichteten Partei an.
Sachsen-Anhalt gehört zu den ostdeutschen Bundesländern, in denen die AfD bei vergangenen Wahlen besonders stark abschnitt. Eine direkte Regierungsbeteiligung der Partei auf Landesebene hat es in Deutschland bisher nicht gegeben. Die sogenannte Brandmauer gegenüber der AfD wird von den etablierten Parteien offiziell aufrechterhalten, doch in der Praxis gibt es vereinzelt Stimmen, die eine andere Haltung fordern.