Jens Spahn mit 46 Jahren Vater: Leihmutter schenkt ihm einen Sohn

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Die mediale Aufbereitung der privaten Familienplanung von CDU-Politiker Jens Spahn sorgt pünktlich zur parlamentarischen Sommerpause für Gesprächsstoff. Besonders die enge Verzahnung zwischen Spitzenpolitikern aus dem Regierungsviertel und der Bild-Redaktion zeigt sich in der aktuellen Berichterstattung. So verkündet ein Bild-Artikel “exklusiv” (hinter einer Bezahlschranke) “eine Nachricht voller Liebe, Glück und einer großen Veränderung” in der Dahlemer Villa von Jens Spahn und seinem Mann Daniel Funke. Die n-tv-Redaktion greift die Geschichte auf und zitiert den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden mit den Worten: “Mein Mann ist Papa geworden – Leihmutter schenkt Jens Spahn ein Kind”.

Der Fall des CDU-Politikers wirft erneut ein Schlaglicht auf den aktuellen gesetzlichen Rahmen in Deutschland. Konkret geht es um § 1 des Embryonenschutzgesetzes (ESchG), das die “missbräuchliche Anwendung von Fortpflanzungstechniken” und damit die kommerzielle Leihmutterschaft verbietet. Diese in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierte Praxis ist in Deutschland weiterhin nicht erlaubt.

Die Medienberichte erklären, dass “hierzulande der Gesetzgeber dieser Möglichkeit einen Riegel vorschiebt”. Der Bild-Artikel bestätigt daher, dass das Kind “von einer Leihmutter in den USA ausgetragen” wurde. Daniel Funke, mit dem Spahn seit 2017 verheiratet ist, sei demnach “der leibliche Vater”. Die mögliche Rolle von Spahns Parteikollegen und Jungvater Hendrik Streeck bei der Vermittlung einer entsprechenden Agentur (wie RT DE berichtete) wird von den Mainstreammedien hingegen nicht thematisiert.

Das Boulevardmagazin Bunte widmet sich derweil den zukünftigen Herausforderungen der jungen Eltern:

“Wertvolle gemeinsame Zeit verbringt das Paar oft draußen. ‘Ich liebe Spaziergänge mit meinem Mann. Die können bis zu vier Stunden dauern’, so Jens Spahn gegenüber BUNTE. Das freut sicher auch den kleinen Sohn namens Georg, der zukünftig im Kinderwagen mit dabei sein kann. Einen guten Babysitter hat das Paar hoffentlich auch in petto, denn es besucht gerne zusammen Glamour-Events wie den Bundespresseball, die Bayreuther Festspiele oder den Ball des Sports.”

Wie nicht anders zu erwarten, entfacht diese Nachricht in den sozialen Medien hitzige Debatten. Kritische Stimmen verweisen auf ein früheres Statement Spahns aus dem Jahr 2015. In einem themenbezogenen Beitrag im GQ-Magazin unter dem Titel “Pro & Contra: Leihmutterschaft” äußerte sich der Politiker damals wie folgt:

“Elton John gegen Dolce und Gabbana – nur ein Zickenkrieg? Eigentlich drückt sich in diesem Streit das ganze Dilemma vieler Paare aus, die sich ein eigenes Kind wünschen, aber auf natürlichem Wege keines zeugen können. Nutzt man die Möglichkeiten moderner Medizin bis hin zur Leihmutterschaft oder fügt man sich seinem Schicksal? Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.”

Spahn führte weiter aus, er müsse akzeptieren, “dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde”. Dies “verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.”

Der nun geborene Sohn, der mithilfe einer Leihmutter in den USA zur Welt kam und dessen Name “eine Hommage an Jens Spahns verstorbenen Vater Georg” ist, wird als “ein echtes Wunschkind” beschrieben.

Bereits im Jahr 2020 hatte der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, wie ein Artikel des RND darlegt, “die Forderung der FDP zurückgewiesen, in Deutschland die nichtkommerzielle Leihmutterschaft zuzulassen”. Eine notwendige Änderung des Embryonenschutzgesetzes “sei in der 19. Legislaturperiode nicht vorgesehen”.

In einem Bunte-Interview im Jahr 2021 gab der CDU-Politiker dann zu Protokoll: “Ich denke, wir wären gute Eltern. Wir reden darüber, noch ist nichts konkret. Aber wenn, dann bald, wir werden ja auch nicht jünger.” In aktuellen Agenturmeldungen wird Spahns Ehemann mit den Worten zitiert:

“Uns ist bewusst, dass beim Thema Leihmutterschaft oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht. Aber wie sagte der große Franz Beckenbauer: ‘Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.'”

In einer privaten Nachricht, die der Bild-Artikel zitiert, informieren Spahn und Funke, dass die US-Leihmutter “auch künftig Teil im Leben des Jungen bleiben soll”. Bis Anfang August werden sich “die beiden Väter mit ihrem Sohn” in den USA aufhalten. Bundeskanzler Friedrich Merz sei der Zeitung zufolge “bereits vor einigen Tagen von Spahn persönlich über die bevorstehende Geburt informiert worden”.

Jens Spahn und sein Ehemann leben in Berlin-Dahlem. Daniel Funke war lange Zeit Leiter der Hauptstadtrepräsentanz des Burda Verlags, unter anderem für Bunte, wechselte aber im Oktober des Vorjahres zum Modeunternehmen Peek & Cloppenburg, wo er nun als “Head of Public & Corporate Affairs” tätig ist.

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