Mieten-Schock in Deutschland: DGB-Studie enthüllt drastische Preis-Explosion!

Eine aktuelle Auswertung, die dem Deutschen Presse-Agentur vorab zugespielt wurde, offenbart eine drastische Entwicklung auf dem deutschen Wohnungsmarkt. In den letzten zehn Jahren sind die Mieten in vierzig deutschen Großstädten regelrecht explodiert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat auf Basis von Daten des Marktforschungsinstituts Empirica ermittelt, dass die sogenannten Angebotsmieten – also die Preise, die Vermieter etwa in Anzeigen fordern – im Durchschnitt um 51 Prozent zulegten.

Die Entwicklungen in den einzelnen Städten fallen dabei äußerst heterogen aus. Spitzenreiter ist Berlin, wo die Mieten um fast 77 Prozent anzogen. Lagen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise im Jahr 2016 noch bei 8,93 Euro, sind es heute 15,80 Euro. Nicht ganz so extrem, aber dennoch alarmierend, ist die Lage in Rostock (83 Prozent Anstieg, aktuell 11 Euro pro Quadratmeter) und Lübeck (71 Prozent Anstieg, nun durchschnittlich 12,5 Euro pro Quadratmeter).

In Hamburg fiel der Mietanstieg mit 54 Prozent etwas moderater aus, Mieter zahlen jetzt rund 16 Euro pro Quadratmeter. Traditionell teuer ist München: Hier kletterten die Preise um 51,6 Prozent auf durchschnittlich 23 Euro pro Quadratmeter. Die kompletten Daten für alle 40 untersuchten Städte hat der DGB auf seiner Website veröffentlicht.

Stefan Körzell, der stellvertretende Vorsitzende des DGB, kommentierte die Zahlen in einer Pressemitteilung mit deutlichen Worten. Er beklagte, dass Beschäftigte immer größere Teile ihres Lohns für die Miete aufwenden müssten. Die Politik müsse dringend handeln. Konkret forderte Körzell einen massiven Ausbau des öffentlichen und sozialen Wohnungsbaus sowie schärfere Maßnahmen gegen Mietwucher. Besonders scharf kritisierte er die von der Regierungskoalition geplanten Kürzungen beim Wohngeld. Dies sei nichts anderes als Sozialabbau, der die Situation vieler Menschen weiter verschlechtern werde.

Betroffen seien vor allem Geringverdiener, Familien und Rentner. Diese Gruppen würden für die Haushaltskonsolidierung geradestehen müssen. Körzell warnte eindringlich: “Wir warnen vor dieser politischen Fehlentscheidung: Die Bundesregierung plant, das Wohngeld zu kürzen. Damit setzt sie erneut den Rotstift bei den Schwächsten an, anstatt endlich diejenigen stärker in die Verantwortung zu nehmen, die über großes Vermögen und Erbschaften verfügen.”

Die Veröffentlichung der Studie fällt bewusst mit den Mietenstopp-Aktionstage des DGB zusammen, die an diesem Wochenende gemeinsam mit Wohlfahrtsverbänden und Mieterorganisationen stattfinden. Bundesweit, unter anderem in Hamburg und Köln, sind zahlreiche Aktionen geplant, um die Forderung nach einem sofortigen, sechsjährigen Mietendeckel zu untermauern.

Die Vermieterseite hingegen übt scharfe Kritik an der Idee eines sechsjährigen Mietstopps. Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), zu dem unter anderem die Hamburger SAGA gehört – das größte kommunale Wohnungsunternehmen Deutschlands –, erklärte gegenüber dem NDR , eine solche gesetzliche Vorschrift würde viele Vermieter in den Ruin treiben. Die Mieterhöhungen der letzten Jahre, etwa bei der SAGA um 15 Prozent, stünden in keinem Verhältnis zu den gestiegenen Kosten. Die Inflation sei um 23 Prozent gestiegen, die Instandhaltungskosten sogar um 50 Prozent. Breitner betonte: “Die Vermieter haben in den vergangenen Jahren keinen Geldsack im Keller angehäuft. Das Geld fließt hauptsächlich in die Instandhaltung der Wohnungen und in die Klimasanierung.”

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