Die Gefahren digitaler Hetzkampagnen und ihre gesellschaftlichen Folgen

Von Bernhard Loyen

Im Jahr 2024 genĂŒgen bereits fĂŒnf Worte und eine eingĂ€ngige Melodie, um die TrĂ€ume junger Menschen von einer vielversprechenden Karriere jĂ€h zu zerstören. Die Zerstörung erfolgt dabei durch jene, die sich selbst als wachsame HĂŒter der Demokratie betrachten, jedoch als Alkoholisierte bei einer Party aus der Fassung geraten. Sie werden von den Medien schnell und effektiv als „Nazis“ oder „Rechte“ verunglimpft und damit als Feinde der Demokratie dargestellt.

Ein kurzes, unscharfes Video vermittelt den Eindruck, einige PartygĂ€ste hĂ€tten rassistische Parolen skandiert. Dieses Video findet rasch seinen Weg durch soziale Netzwerke bis in die BĂŒros hoher AmtstrĂ€ger. Es ist wichtig zu betonen, dass keine physischen Gewalttaten verĂŒbt wurden; die Betroffenen sind vielmehr Opfer eines medialen und politischen Sturms geworden.

Die Empörung in Medien und Politik ĂŒber das Ereignis ist ĂŒberdimensional und oft pauschalisierend. Die SĂŒddeutsche Zeitung vergleicht even einen Filmklassiker kritischer mit der NS-Zeit, um die Diskussionskultur zu illustrieren, wĂ€hrend die rasche Identifizierung und öffentliche Anprangerung der beteiligten Personen besorgniserregende ZĂŒge einer gesellschaftlichen Hetzjagd trĂ€gt.

Jan Böhmmermann mobilisiert seine Follower, um die beteiligten Personen zu identifizieren, wĂ€hrend Medien ungefiltert Namen veröffentlichen. Die politische Reaktion ist ebenso schnell wie eindeutig: Rassismus und menschenverachtende Äußerungen, wie sie im Video zu sehen sind, werden aufs SchĂ€rfste verurteilt, erklĂ€rt der Bundeskanzler, und Bundesinnenministerin Nancy Faeser Ă€ußert, solche Parolen seien eine Schande fĂŒr Deutschland.

Im Rahmen des “Demokratie-Fests” in Berlin wird das Thema weiter diskutiert, und selbst das Bundesverfassungsgericht hatte sich bereits mit Ă€hnlichen Parolen auseinandergesetzt, diese jedoch nicht als Verstoß gegen die MenschenwĂŒrde gesehen, solange sie nicht bestimmten Gruppen das Lebensrecht absprechen.

Trotz der juristischen Einordnung könnten die Äußerungen die Karrieren der betroffenen jungen Menschen schwer beschĂ€digen. Armin Laschet kommentiert, dass die Betroffenen bereits einen hohen Preis gezahlt hĂ€tten; sie verloren ihre Arbeitsstellen und wurden öffentlich gebrandmarkt.

Zum Abschluss stellt sich die frustrierende Frage, wie auf öffentlich geĂ€ußerte totalitĂ€re Parolen reagiert werden sollte, und es bleibt die BefĂŒrchtung, dass solch ein Vorgehen die gesellschaftliche Stimmung langfristig vergiftet.

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