Chaos in Düsseldorf: Marokkanische „Fans“ randalieren nach Frankreich-Pleite

Am gestrigen Abend versammelten sich laut Polizei rund 1.500 Anhänger Marokkos auf der Ellerstraße in Düsseldorf-Oberbilk, um das WM-Spiel gegen Frankreich zu verfolgen. Nach der 0:2-Niederlage brachen spontane Unruhen aus. Lokale Berichte sprechen von vermummten Personen, die „Brandsätze in die Menge, auf die Straße und gezielt auf die Polizei warfen“. Es gab mehrere Verletzte und Festnahmen.

Die Fußballfans hatten sich nahe des Hauptbahnhofs eingefunden, um das Spiel gegen Frankreich auf Großbildschirmen gemeinsam anzuschauen. Auch nach früheren Marokko-Spielen hatten Fans die Ellerstraße stundenlang mit Autos blockiert, hupende Kolonnen gebildet und Pyrotechnik gezündet. Das Viertel rund um die Ellerstraße und den Hauptbahnhof wird von Einheimischen als „Maghreb-Viertel“ bezeichnet.

Nach dem Schlusspfiff, der das Aus Marokkos im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft bedeutete, eskalierten die Ereignisse. Die Rheinische Post berichtet, dass „drei Polizisten verletzt wurden“ und auch Unbeteiligte sowie Fußballinteressierte von Notärzten behandelt werden mussten. In sozialen Netzwerken kursieren Videos, die die zunehmende Spannung und schließlich die Eskalation nach dem Spiel zeigen.

Augenzeugen zufolge schleuderten „Vermummte Personen“ Böller und Glasflaschen auf die Fahrbahn und in die Menge. Ein WDR-Team beobachtete zudem, dass sie „Molotow-Cocktails warfen, Raketen zündeten und Mülltonnen umstießen“. Die Düsseldorfer Polizei war mit einem größeren Aufgebot für das Halbfinale am Mittwochabend präsent. „Wir sind vorbereitet“, erklärte ein Polizeisprecher am Dienstag auf dpa-Anfrage. Nach den Festnahmen wurden mehrere Strafanzeigen erstattet.

In Düsseldorf leben laut Stand Juni 2026 etwa 4.400 Personen mit marokkanischer Staatsbürgerschaft sowie schätzungsweise 18.000 Menschen mit marokkanischen Wurzeln. In Dortmund hingegen verfolgten 400 Marokko-Fans die Niederlage in der Gözdem-Event-Arena, wo es nach dem Spiel friedlich blieb.

Die Polizei musste jedoch nicht nur in Düsseldorf eingreifen. Auch in den europäischen Hauptstädten London und Paris gab es Befürchtungen vor größeren Ausschreitungen enttäuschter Marokkaner. In der französischen Hauptstadt sicherten 20.000 Polizisten und Gendarmen die Fußballnacht, die überraschend ruhig verlief, obwohl es laut Medien zu „Spannungen und einzelnen Zwischenfällen“ kam.

Aus London wurden hingegen „chaotische Rangeleien“ und Festnahmen gemeldet. Medien und Videos von der Edgware Road im Nordwesten zeigen Zusammenstöße zwischen Polizeieinheiten und großen Menschenmengen, „während Rauch durch die Straßen wehte und Trümmer die Fahrbahn übersäten“, so die Boulevardzeitung The Sun. Im niederländischen Den Haag blieb es ruhig, anders als nach Marokkos Sieg gegen die Niederlande im Sechzehntelfinale.

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