Dunkelflaute am 29. Oktober: Stromlücke von 96,3 Prozent bei geringer Wind- und Solarstromproduktion
Am Donnerstag, dem 29. Oktober, lieferten Wind- und Solaranlagen in Deutschland nur 2,2 Gigawatt Strom bei einem Bedarf von 61,2 Gigawatt. Zur Abdeckung der entstandenen Lücke wurden zusätzlich Kohle- und Gaskraftwerke …
Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg stellten Windräder und Solarzellen am 29. Oktober um 17 Uhr insgesamt eine Leistung von 2,2 Gigawatt bereit. Der Strombedarf lag bei 61,2 Gigawatt. Die daraus resultierende Lücke wurde durch den Einsatz aller noch verfügbaren Kohle- und Gaskraftwerke sowie durch Stromimporte aus dem Ausland geschlossen.
Die Stromimporte aus dem Ausland beliefen sich auf 11 Gigawatt, wie aus einer Recherche des Autors Wolfgang Sender hervorgeht. Dies entspricht nach seinen Angaben der Leistung von acht Atomkraftwerken. Die Daten des Fraunhofer ISE dienen Sender als Grundlage seiner Berechnungen.
Deutschland hat seine 37 Atomkraftwerke stillgelegt. Nach den bestehenden Plänen sollen 97 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 30 Gigawatt schrittweise bis 2038 vom Netz gehen. Parallel dazu steigt der Stromverbrauch voraussichtlich an: Bis 2045 sollen nach Regierungsplänen 47,5 Millionen Verbrennerautos durch Elektroautos ersetzt werden, deren Strombedarf mit 105 Terawattstunden beziffert wird. Zudem ist die Umstellung von 22,7 Millionen Gasheizungen auf Wärmepumpen vorgesehen, wofür 136 Terawattstunden veranschlagt werden. Der zusätzliche Strombedarf durch KI-Rechenzentren ist in diesen Berechnungen nicht enthalten.
Die Speicherkapazitäten für elektrische Energie werden in der Analyse als unzureichend eingestuft, um bei Dunkelflauten eine relevante Versorgungsreserve zu bilden. Die Stromerzeugung durch Wind- und Sonnenenergie bleibt wetterabhängig.
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Stromversorgung weitgehend auf erneuerbare Energien umzustellen. Kritiker werfen der Politik vor, die technischen Grenzen dieser Energiequellen zu vernachlässigen. Die AfD fordert nach eigenen Angaben einen Stopp der Atomausstiegspolitik und eine Beibehaltung konventioneller Kraftwerke.