Zum Inhalt springen
mainstream.news Unabhängige Nachrichten statt finanzierte Interessen.
Stand 7. September 2026, 14:18 Uhr
Deutschland

Europa übernehmen, ohne einen Schuss abzugeben: Der Westen hat Putins heimtückischen Plan aufgedeckt

Lesezeit 3 Minuten aktualisiert 26. August 2026, 21:04 Uhr

Von Wladimir Kornilow

Während die ganze Welt von den Ereignissen in der Ukraine und im Gaza-Streifen abgelenkt war, hat Russland in aller Stille eine Mehrheit im künftigen europäischen Parlament erworben. Dies ist jedenfalls die Schlussfolgerung, die aus einem weiteren “Russiagate”* gezogen werden kann, das zu Beginn der Osterferien über Europa hinwegfegte. Was das Ausmaß und die Tragweite dieses Skandals betrifft, so wurde diese Propagandakampagne im Voraus geplant und koordiniert, auch auf offizieller Ebene.

Um das Wesentliche des Skandals zusammenzufassen: Am vergangenen Mittwoch meldeten die tschechischen Behörden auf höchster Ebene (der Premierminister des Landes, das Außenministerium und der tschechische Geheimdienst BIS) die “sensationelle” Nachricht, dass Russland über die bescheidene tschechische Website Voice of Europe für die “Verbreitung antieuropäischer Propaganda” sorge und – das ist das Schlimmste! – rechtsgerichtete europäische Politiker bezahlt habe, um deren Einfluss im europäischen Parlament zu sichern. [Anm. d. Red.: An der Kampagne beteiligen sich auch zahlreiche deutsche Medien, darunter Spiegel, FAZ, Tagesschau, t-online.]  

Und die Tschechen nannten keinen einzigen Nachnamen, sondern beschränkten sich auf eine Liste von Ländern, in denen diese heimtückischen Russen nach ihren Angaben Abgeordnete gekauft haben sollen. Seltsamerweise stimmt diese Liste genau mit den Ländern überein, in denen die Parteien, mit denen das europäische Establishment ein Problem hat, am Vorabend der Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni in den Umfragen führend sind oder auf dem Weg dahin: Deutschland, Frankreich, Polen, Belgien, die Niederlande und Ungarn.

Gleich am nächsten Tag meldete die Agentur für innere Sicherheit (polnischer Geheimdienst, ABW), dass sie aufgrund eines Hinweises ihrer tschechischen Kollegen die Wohnungen von Oppositionspolitikern durchsucht und dabei enorme Summen beschlagnahmt habe: 48.500 Euro und 36.000 US-Dollar. Daraus lässt sich schließen, dass Russland das künftige Europaparlament ziemlich günstig gekauft hat. Das heißt, seit den Zeiten von Gennadi Chasanow mit seiner klassischen Erzählung über “drei Tausender, um den Präsidenten zu bestechen”, hat sich an der sparsamen Vorgehensweise unserer Sonderdienste nichts geändert. Wenn es Russland gelungen ist, den Brexit für nur 97 Cent zu sichern, warum sollte uns dann ein durchschnittliches Mitglied des Europäischen Parlaments viel mehr kosten?

Und wenn man das Wesen der von den Tschechen und Polen verbreiteten “Sensation” untersucht, wird klar, dass sie wertlos ist. Die Website Voice of Europe wurde von tschechischen Bürgern erstellt und auf völlig legaler Grundlage betrieben, wie auch die tschechischen Behörden in ihren Berichten über ihre “Ermittlungen” einräumten. Irgendwann wurde die Website an eine Medienagentur verkauft, die angeblich mit dem ukrainischen Geschäftsmann Wiktor Medwedtschuk verbunden ist. Westliche Medien bezeichnen ihn traditionell als “Oligarchen”, doch angesichts der Tatsache, dass er gezwungen war, die Ukraine zu verlassen, und sein gesamtes Vermögen von den dortigen “demokratischen” Behörden geplündert wurde, trifft diese Bezeichnung kaum noch auf ihn zu. Das ist die “russische Spur”! 

Und der wichtigste Vorwurf: Die besagte Website hat angeblich “europäische Politiker bezahlt”. Doch man erfährt weder an wen noch wie viel noch aus welchen Gründen gezahlt wurde – nichts davon wird berichtet. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um die üblichen Honorare für Veröffentlichungen, Reden und die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen, was wiederum nicht gesetzlich verboten ist, wenn diese Einkünfte in den Steuererklärungen ordnungsgemäß angegeben werden. Eine beträchtliche Anzahl von Abgeordneten verschiedener Ebenen in allen westlichen Ländern lebt hiervon.

Boris Johnsons Haupteinnahmequelle, als er Mitglied des brit

Mehr aus Deutschland

Ressort öffnen →