Laut Informationen des Handelsblatts plant der Sportwagenhersteller Porsche einen weiteren massiven Stellenabbau, von dem bis zu 4.000 zusätzliche Arbeitsplätze betroffen sein könnten. Besonders stark sollen die Einschnitte in den Bereichen Management und Verwaltung ausfallen. Am Entwicklungsstandort in Weissach bei Stuttgart steht rund ein Drittel der Kapazitäten auf dem Prüfstand.
Zu den Betroffenen zählen auch drei Führungskräfte: Christiane Zorn, die bisher für die Region “Übersee und Wachstumsmärkte” verantwortlich war, Maryam Djavadi, die erst vor etwa einem Jahr vom Kaufhaus Harrods zu Porsche wechselte und die Abteilung für Luxus- und Exklusivitätsprogramme leitete, sowie die Europachefin Iryna Kauk.
Hauptgründe für diese schwierige Entwicklung sind die schwachen Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen sowie massive Einbrüche auf den Märkten in China und den USA. In den Vereinigten Staaten wirken sich zudem die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und die hohe Inflation negativ aus. Besonders bitter ist, dass ausgerechnet die Elektromobilität, die von Berlin und Brüssel gefordert und vom Stuttgarter Management mit einer hohen Frauenquote umgesetzt wurde, für Porsche zunehmend zur Belastung wird. Eine ähnliche Entwicklung gab es zuvor bereits beim britischen Konzern Jaguar.
Hinzu kommt der chinesische Markt, der sich immer mehr von westlichen Anbietern abwendet. Peking drängt mit günstigen Preisen und technisch immer hochwertigeren Modellen nach vorne – begünstigt durch deutlich niedrigere, staatlich subventionierte Energiepreise.
Die schwachen Quartalszahlen erhöhen nun den Druck auf die Führungsetage: Im ersten Quartal 2026 gingen die Auslieferungen um fast 15 Prozent auf rund 61.000 Fahrzeuge zurück. Der operative Gewinn sank um knapp 22 Prozent auf 595 Millionen Euro, die operative Marge fiel von 8,6 auf 7,1 Prozent – weit entfernt vom angestrebten Zielkorridor von 20 Prozent.
Die Porsche-Aktie, die 2025 sogar aus dem Dax ausgeschlossen wurde, reagierte am Montag positiv auf die Ankündigung des Stellenabbaus und stieg um knapp zwei Prozent auf 47 Euro.
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