Hamburg: Hotelgruppe vermietet mehr als die Hälfte ihrer Häuser als Flüchtlingsunterkünfte
Die Novum Hospitality hat zehn ihrer 18 Hamburger Hotels an die Sozialbehörde vermietet. Die Stadt zahlt durchschnittlich 82 Euro pro Person und Tag.
Die Hotelgruppe Novum Hospitality hat in Hamburg mehr als die Hälfte ihrer Häuser an die Sozialbehörde vermietet. Von 18 Novum-Hotels in der Hansestadt sind demnach zehn betroffen, darunter die Häuser Niu Quay, Niu Bricks, Niu Fusion sowie mehrere Novum- und Signature-Hotels. Zusammen bieten sie 1427 Plätze für Migranten.
Die Stadt Hamburg zahlt im Schnitt 82 Euro pro Person und Tag, inklusive Verpflegung. Bei vollständiger Belegung ergäbe das rechnerisch mehr als 40 Millionen Euro im Jahr. Es handelt sich dabei um eine Hochrechnung, nicht um einen ausgewiesenen Gewinn.
Für den Betreiber ergeben sich aus der Vermietung sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits fallen weniger Personalaufwand und selteneres Reinigen an. Andererseits führt die intensivere Abnutzung zu teureren Sanierungskosten. Zudem erschwert der Verzicht auf reguläre Gäste den Rückweg ins normale Hotelgeschäft, da Stammkunden verloren gehen und die Sichtbarkeit der Marke leidet.
Die Verträge mit der Behörde haben lange Laufzeiten, sind aber von der tatsächlichen Belegung abhängig. Ob und wie lange die Häuser als Unterkünfte genutzt werden, ist bislang unklar. Die rechtliche Zulässigkeit der Vermietung an die Stadt steht außer Frage.
Die Novum-Chefin Samira Etmenan äußerte sich nach Angaben des Berichts nicht zu den Beweggründen für die Vermietung.