Hartmann kritisiert Amthor als Symbol für CDU-Niedergang
Der langjährige Sportreporter Waldemar Hartmann hat den Auftritt von Staatsminister Philipp Amthor in einer ZDF-Dokumentation scharf verurteilt. Hartmann sieht in Amthor einen Vertreter eines drohenden Niedergangs der Union.
Waldemar Hartmann hat am Montag in einer Live-Sendung des Senders NIUS scharfe Kritik an CDU-Staatsminister Philipp Amthor geübt. Anlass war Amthors Auftritt in der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“, in der der 33-Jährige unter anderem im Kanzleramt begleitet wurde. Hartmann bezeichnete Amthors Selbstdarstellung als exemplarisch für den Zustand der Union unter Bundeskanzler Friedrich Merz.
Hartmann betonte, dass die umstrittenen Szenen mit Wissen und Zustimmung Amthors entstanden seien. Das Kamerateam habe eine offizielle Akkreditierung besessen, Amthor sei verkabelt gewesen und habe zugestimmt, dass die Aufnahmen gesendet werden dürfen. Gerade dieser Umstand mache das Auftreten des Staatsministers so bemerkenswert, so Hartmann: „Philipp Amthor ist über jedes Stöckchen gesprungen, das ihm die Filmemacher hingehalten haben. Er hat sich entblößt, er hat sich entlarvt.“
Der Reporter verband Amthors Auftritt direkt mit der Personalpolitik Merz'. Amthor war im Juli zum Staatsminister im Kanzleramt ernannt worden und ist dort für die Beziehungen zu den Bundesländern zuständig. Hartmann sieht in dieser herausgehobenen Position ein Votum des Kanzlers: „Philipp Amthor ist des Kanzlers Liebling. Das heißt, nach Ansicht von Merz ist das die Zukunft der CDU.“ Besonders brisant findet er Amthors Rolle als Verbindungsmann zu den Ländern angesichts des innerparteilichen Drucks auf Merz.
Hartmann warnte, Amthors Strandkorb-Szene aus der Dokumentation könne sich als symbolträchtig erweisen. Er verwies auf vergleichbare Fälle, in denen scheinbar kleine Momente politische Karrieren prägten: Armin Laschets Lachen während des Ahrtal-Besuchs und Gerhard Schröders Auftritt in Gummistiefeln beim Hochwasser. „Es gibt diese Phänomene und ich glaube auch, dass der Strandkorb ein Phänomen ist, dieses Niedergangs oder des Sterbeprozesses“, sagte Hartmann.
Mit einem Zitat des Schriftstellers Kurt Tucholsky fasste Hartmann seine Einschätzung zusammen: „Das Volk versteht das meiste falsch, aber es fühlt das meiste richtig.“ Für die CDU bedeute dies aus seiner Sicht, dass die Bürger das Gefühl gewännen, der Partei nicht mehr folgen zu können und ihr nicht mehr zu glauben. Hartmanns Fazit fiel drastisch aus: „Herzlichen Glückwunsch, Opposition und andere Parteien und Beileid CDU. Das ist keine Zukunft.“