Französische Männergruppe sorgt für Chaos im Freibad: Polizei-Großeinsatz wegen „Baderöcken“

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In ganz Deutschland herrschte in den letzten Tagen nicht nur wegen der extremen Temperaturen eine angespannte Atmosphäre. Die ohnehin schon heiße Stimmung wurde durch aggressive und auffällige Badegäste, sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen, in vielen Freibädern und an Seen zusätzlich angeheizt. Der SWR griff dieses Thema am Sonntag auf und stellte die Frage, ob nach “Schlägereien, Polizeieinsätzen und vollen Becken” die Bäder in diesem Jahr “jetzt mehr Sicherheitspersonal benötigen”.

Bereits in der Vorwoche hatte der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor den gesundheitlichen Folgen der Hitze gewarnt. Er bezog sich auf ihm bekannte Studien, wonach “allein in Berlin schätzungsweise 300 Todesfälle” auf die hohen Temperaturen zurückzuführen seien, und bezeichnete den “Klimawandel als medizinischen Notfall”.

Ganz anders die realen Zahlen, die der Berliner Kurier aus der Hauptstadt präsentierte: Seit dem Start der Freibadsaison am 1. Mai musste die Polizei “berlinweit 103 Einsätze in Frei- und Strandbädern” verzeichnen, wie auf Anfrage der Zeitung mitgeteilt wurde. An der Spitze der Unruheherde steht “ausgerechnet das Sommerbad Prinzenbad in Kreuzberg mit 18 Einsätzen – und damit das bislang gefährlichste Sommerbad der Stadt” (RT DE berichtete bereits 2023 über dieses Problembad).

Aus der Vorwoche gibt es weitere alarmierende Meldungen: Ein Freibad in Bochum musste “durch den Betreiber vollständig geräumt werden”, so ein Polizeisprecher gegenüber t-online. Die Beamten waren “wegen einer möglichen Massenschlägerei alarmiert worden”. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich rund 4.000 Menschen in dem Freibad in Nordrhein-Westfalen auf.

Auch das Freibad im baden-württembergischen Kehl-Auenheim musste am Sonntagnachmittag geräumt werden. Der Grund: “Störungen durch eine größere Personengruppe”. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen im Einsatz.

Laut Medienberichten kam es an der deutsch-französischen Grenze in Kehl zu einer erneuten Schließung des Freibads. Dort versuchten “etwa 50 bis 60 Männer” aus dem benachbarten Frankreich, wie schon zuvor, ohne Eintrittskarte auf das Gelände zu gelangen. Die Polizei wurde gerufen und räumte das Schwimmbad im Stadtteil Auenheim. Die Gruppe soll den Außenzaun überklettert haben. Die “Störenfriede” konnten unerkannt den Ort verlassen. Die Stadt schloss “ausdrücklich” ein generelles Badeverbot “für ausländische Gäste” nach dem Vorfall aus.

In Rotenburg an der Wümme (Niedersachsen) war die Polizei am Samstag zunächst mit der Schlichtung “eines Streits” im örtlichen Freibad beschäftigt. Am Abend mussten die Beamten erneut ausrücken, da ein 48-Jähriger “kurzzeitig festgenommen wurde, weil er die Damenumkleide betreten und mehrere Frauen belästigt hatte.”

Die Frankfurter Rundschau berichtete am Sonntag über einen Polizeieinsatz, der bereits im Mai stattfand und durch “Baderöcke im Freibad” ausgelöst wurde. Ende des Vormonats eskalierte ein Streit zwischen einem Bademeister und mehreren Sinti-Familien. Die Polizei musste schließlich “mit rund zwei Dutzend Beamten anrücken”. Der Auslöser des Konflikts waren “knielange Baderöcke, die Frauen und Mädchen der Gruppe trugen”.

Die Betreiber des Freibads beschreiben den Vorfall als “unterschiedliche Einschätzungen zwischen einer Gruppe von Badegästen und dem Badepersonal über die Anwendung der Haus- und Badeordnung”. Der Bademeister fühlte sich “nach einem Gespräch mit den Badegästen bedroht” und rief daraufhin die Polizei. Nach Angaben des Roma Büros Freiburg e.V. wurden die betroffenen Sinti-Familien “des Bades verwiesen und erhielten Hausverbot.”

Auch zu sexuellen Nötigungen und Übergriffen in Freibädern liegen mehrere aktuelle Medienberichte vor (hier und hier).

Neben den regelmäßigen Gewaltausbrüchen und der allgemein angespannten Lage in dieser Freibadsaison müssen sich die Feuerwehreinsatzkräfte parallel mit dem Problem “zahlreicher weiterer Notfälle” aufgrund mangelnder Schwimmkenntnisse auseinandersetzen. Laut einer Statistik der Bild-Zeitung verloren allein am vergangenen Wochenende bundesweit “mindestens 26 Männer und Jungen beim Baden ihr Leben.”

Betroffen sind nicht nur Nichtschwimmer und Kinder, sondern “vor allem Männer”, die in den Gewässern ums Leben kommen. Ein Artikel der Zeit listet die Ereignisse auf:

“Ein 17-Jähriger wurde am Sonntag tot aus einem Baggersee in Peine in Niedersachsen geborgen. Auch verunglückte ein 20 Jahre junger Mann tödlich in der Nähe des Mäuseturms in Bingen. In Berlin zogen die Einsatzkräfte einen toten jungen Mann aus dem Wasser, der in die Spree gesprungen war. Am Samstag ertrank laut Polizei ein 27-Jähriger im Neckar bei Heidelberg.”

Allein in der Hauptstadt starben am Wochenende drei Menschen bei Badeunfällen. Weitere Todesfälle gab es unter anderem in Essen, Höxter, Paderborn, Sassenberg, Kleve und am Zülpicher See.

Nach Angaben der DLRG sind im Jahr 2025 in Deutschland bisher 393 Menschen beim Baden ertrunken. 82 Prozent der Ertrunkenen waren männlich. Als Gründe für diese hohe Zahl werden in Studien und Statistiken “höheres Risikoverhalten, Alkohol, Selbstüberschätzung und gefährlichere Aktivitäten” genannt.

Im Fürther Freibad waren auch in der vergangenen Woche wieder “Badeschlappen-Diebe unterwegs”. Obwohl das Bad erst seit fünf Wochen geöffnet ist, wurden laut der Hessenschau “diese Saison schon rund 80 Paar Badeschlappen geklaut.”

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