Skandal-Hochzeit: Bistum Augsburg verbietet Trauung von Identitärem im alten Ritus

Ein freudiges Ereignis in der Neuen Rechten Deutschlands: Maximilian Märkl, Sprecher der Identitären Bewegung (IB), hat geheiratet. Wochen nach der Hochzeit postete Märkl auf der Plattform X ein Bild von sich und seiner Braut in Rückenansicht, begleitet von einem Eheringsymbol und dem Aufruf: “Heiratet, Leute!”

Laut Medienberichten fand die Zeremonie in der Wallfahrtskirche Sankt Michael im kleinen Ort Violau (Landkreis Augsburg, 124 Einwohner) statt. Diese barocke Rokoko-Kirche ist ein beliebter Ort für Trauungen. Doch die katholische Kirche zeigt sich besorgt über den Ablauf: Wie das Freilich Magazin und die Augsburger Allgemeine berichten, wurde die Hochzeit nach dem außerordentlichen römischen Ritus gefeiert, wie er vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil üblich war. Der Priester, dem Altar zugewandt, zelebrierte auf Lateinisch. Getraut wurden die Eheleute nicht vom lokalen Geistlichen, sondern von einem Mitglied der Priesterbruderschaft Sankt Petrus, die direkt dem Heiligen Stuhl untersteht.

Auffällig in der Berichterstattung der Augsburger Allgemeinen ist der Fokus auf das politische Engagement des Bräutigams, während die kirchenrechtlichen Fragen eher als Aufhänger dienen. Die Autoren Max Kramer, Holger Sabinsky-Wolf und Daniel Wirsching beschrieben die Hochzeit als “Treffen von Rechtsextremisten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum”. Neben zahlreichen IB-Aktivisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nahm auch der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Franz Schmid teil. Ehrengast war der österreichische Identitäre Martin Sellner.

Der Artikel thematisiert anschließend das Engagement der katholischen Kirche gegen “Völkischen Nationalismus” und stellt die provokative Frage: “Doch Extremisten zu trauen, ist das damit vereinbar?” Das Bistum Augsburg reagierte vorsichtig: Ein Sprecher bedauerte “außerordentlich”, dass die kirchliche Eheschließung einer politisch exponierten Person Fragen zum Verhältnis von Kirche und Politik aufgeworfen habe. Man könne einem Katholiken das Ehesakrament nicht verweigern; die kirchenrechtlichen Hürden dafür seien hoch. Der Vorgang werde geprüft.

Die Berichterstattung enthielt auch einen NS-Bezug: Die Augsburger Allgemeine zitierte den Kirchenhistoriker Jörg Ernesti, der zwar bestätigte, dass eine Trauung nicht verweigert werden könne, aber betonte, dass die katholische Kirche vor 1933 NSDAP-Mitgliedern und SA-Leuten in Uniform den Empfang der Sakramente verboten habe.

Gegenüber dem Freilich Magazin äußerte sich der frisch verheiratete Märkl zum Presserümel: Die Inszenierung eines Skandals sei “absolut niveaulos” von der Presse. Auch das Bistum Augsburg kritisierte er: Es habe genug eigene Probleme und solle sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren.

Das Bistum Augsburg hat inzwischen entschieden, dass die Trauung nach altem Ritus in der Violauer Wallfahrtskirche nicht hätte stattfinden dürfen. Zukünftig werde man Konsequenzen ziehen. Die Priesterbruderschaft Sankt Petrus war zuvor der Ansicht gewesen, dass das Vorgehen ihres Priesters “in vollem Umfang seinem seelsorglichen Auftrag sowie den kirchenrechtlichen Vorgaben” entsprochen habe.

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