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Stand 14. October 2026, 03:40 Uhr
Deutschland

Inflation in Deutschland steigt erstmals seit Ende 2023 über drei Prozent

Die Verbraucherpreise in Deutschland haben im September den höchsten Stand seit Jahresbeginn erreicht. Energiekosten, insbesondere für Kraftstoffe und Heizöl, sind der Haupttreiber der erneuten Teuerung.

Lesezeit 2 Minuten
Inflation in Deutschland steigt erstmals seit Ende 2023 über drei Prozent

Die Inflation in Deutschland hat im September 3,3 Prozent betragen und damit erstmals seit Dezember 2023 die Drei-Prozent-Marke überschritten. Das Statistische Bundesamt bestätigte seine vorläufigen Berechnungen. Im Dezember 2023 hatte die Inflationsrate zuletzt mit 3,7 Prozent höher gelegen.

„Die Inflationsrate erreichte im September mit über drei Prozent einen neuen Jahreshöchststand“, erklärte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. „Besonders zeigte sich die Teuerung bei Mineralölprodukten an den Tankstellen und beim Heizöl.“ Für Kraftstoffe und Haushaltsenergie mussten Verbraucher im September 14,9 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat. Der Preisauftrieb bei Energie nahm damit den dritten Monat in Folge zu und erreichte den stärksten Anstieg seit Februar 2023.

Kraftstoffe verteuerten sich um 37,1 Prozent, leichtes Heizöl kostete fast 75 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch für Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe stiegen die Preise deutlich um 15,6 Prozent. Günstiger wurden hingegen Strom um 5,5 Prozent, Erdgas ohne Betriebskosten um 2,8 Prozent und Fernwärme um 1,0 Prozent.

Seit Beginn des Iran-Kriegs ist Energie ein wesentlicher Treiber der Inflation. Weil Tankschiffe die Straße von Hormus nicht zuverlässig passieren können, sind die Ölpreise erheblich gestiegen. Der Preis für ein Barrel Rohöl überschritt zuletzt die Marke von 100 Dollar. „Der Anstieg der Inflation im September ist wie in allen Monaten seit Beginn des Iran-Kriegs fast ausschließlich auf die höheren Kraftstoff- und Heizölpreise zurückzuführen“, sagte Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung.

Bei Lebensmitteln lag die Teuerung im September mit 0,4 Prozent dagegen gering. Eier kosteten 15,2 Prozent mehr, frisches Gemüse 12 Prozent. Preisrückgänge gab es bei Speisefetten und Speiseölen um 15 Prozent, darunter Butter um 29,5 Prozent, sowie bei frischem Obst um 4,9 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich um 2,7 Prozent, die Nettokaltmieten stiegen um 1,9 Prozent. Die Kerninflation, bei der Energie- und Nahrungsmittelpreise ausgeklammert werden, blieb bei 2,4 Prozent.

Die Bundesregierung hat einen Tankrabatt vom 1. Oktober bis zum Jahresende beschlossen. Die Steuern auf Kraftstoffe werden um rund 17 Cent je Liter gesenkt. Volkswirte schätzen, dass die Maßnahme die Inflationsrate um etwa 0,2 Prozentpunkte senken könnte. Für Deutschland dürfte 2026 dennoch das sechste Jahr in Folge mit einer Inflationsrate von mehr als zwei Prozent werden. Da die Preise auch in anderen großen Euro-Ländern steigen, rechnen Ökonomen damit, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen in diesem Jahr ein drittes Mal anhebt. Die Inflation in der Eurozone lag im September bei 3,8 Prozent, dem höchsten Stand seit drei Jahren.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von NIUS. Ursprungsmeldung

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