Bislang galt BMW als der letzte große deutsche Automobilhersteller, der noch keine Gewinnwarnung ausgesprochen und darauf folgend keine Stellenstreichungen angekündigt hatte. Doch nun hat es auch die Münchner getroffen: Der Gewinn für das laufende Jahr soll lediglich zwischen einem und fünf Prozent liegen. Die Ursachen sind vielfältig – ein drastischer Rückgang im Chinageschäft, US-Zölle, die trotz teilweiser Produktion vor Ort schmerzen, sowie EU-Zölle auf die in China gefertigten Elektro-Minis.
Bislang gibt es keine offizielle Ankündigung zu möglichem Stellenabbau, doch bereits 2025 sank die Mitarbeiterzahl um rund 3.000 – vor allem in Deutschland und China. Nun sollen zusätzliche Struktur- und Effizienzmaßnahmen ergriffen werden, um Kosten zu senken. Die Rede ist auch von einem „leichten Rückgang“ des Personalstands im laufenden Jahr. Bei insgesamt 155.000 Beschäftigten würde das bereits einen Abbau von mehreren tausend Stellen bedeuten.
Wie alle Fahrzeughersteller leidet auch BMW unter den hohen Energiekosten – viele der in einem Auto verbauten Teile sind in der Herstellung energieintensiv. Dieser Punkt wird in der Berichterstattung jedoch häufig kaum noch erwähnt.
Der Verband der Automobilindustrie zeigt sich für die gesamte Branche äußerst pessimistisch. Im Mai prognostizierte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, „einen Beschäftigungsverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035“. Derzeit sind es noch rund 720.000 Mitarbeiter – das entspräche einem Verlust von etwa jedem dritten Arbeitsplatz.
Bisher hatte sich BMW besser gehalten, da das Unternehmen vorsichtiger als die Konkurrenz auf den Trend der Elektrofahrzeuge eingestiegen war. Die nächsten angekündigten Fahrzeugmodelle werden teilweise in allen Varianten angeboten – als Benziner, Diesel, Hybrid und als Elektroversion. Allerdings dürfte das Werben um die heimische Kundschaft, das im vergangenen Jahr mit einem zehnprozentigen Umsatzzuwachs sehr erfolgreich war, die Verluste auf dem chinesischen Markt kaum ausgleichen können. Der Markt für Luxusautos blieb lange fest in europäischer Hand, während Alltagsfahrzeuge bereits überwiegend in China produziert wurden – inzwischen ist auch hier die chinesische Konkurrenz auf dem Vormarsch.
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