Vom Außenamt ins Hörsaal: Baerbocks überraschende Professur an der Elite-Uni

Ja, Sie haben richtig gelesen: Annalena Baerbock wird Professorin an der renommierten Columbia University in New York.

Nach dem Ende ihrer Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung bleibt Baerbock der US-Metropole erhalten. Ab Herbst soll die ehemalige deutsche Außenministerin eine Vollzeitprofessur für “Global Leadership” übernehmen.

Zudem ist vorgesehen, dass sie gemeinsam mit anderen das Masterprogramm “Master of Public Administration in Global Leadership” leitet. Der Vertrag soll zunächst drei Jahre laufen.

Es handelt sich dabei nicht um eine klassische wissenschaftliche Professur. Die Position ist ausdrücklich auf praktische Erfahrungen aus Politik und internationaler Zusammenarbeit ausgerichtet.

Davon bringt Baerbock reichlich mit. Sie war Bundesvorsitzende der Grünen, Kanzlerkandidatin und von 2021 bis 2025 deutsche Außenministerin. Seit 2025 steht sie als Präsidentin der UN-Generalversammlung an der Spitze eines der Hauptorgane der Vereinten Nationen.

Ihr akademischer Werdegang ist dagegen ungewöhnlicher. Baerbock studierte Politikwissenschaft in Hamburg und legte dort ihr Vordiplom ab. Eine Promotion an der Freien Universität Berlin begann sie, schloss sie jedoch nicht ab.

Für die nun geplante Praxisprofessur ist ein Doktortitel allerdings keine zwingende Voraussetzung. Columbia setzt bei solchen Positionen bewusst auf Persönlichkeiten mit umfangreicher Berufserfahrung. Auch Hillary Clinton wechselte nach ihrer Zeit als US-Außenministerin an die Columbia University und übernahm dort eine Lehrtätigkeit.

Baerbocks Wechsel von der Spitzenpolitik an eine amerikanische Eliteuniversität ist dennoch ungewöhnlich. Ihre Karriere führte sie in vergleichsweise kurzer Zeit von der deutschen Parteipolitik über das Auswärtige Amt und die Vereinten Nationen nun in die akademische Welt.

Auch sprachlich hat Annalena Baerbock über die Jahre einiges gesammelt. Bei einer Rede in Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas, sagte sie 2023 “Bacon of Hope” statt “Beacon of Hope”.

2019 wurde aus Kobalt im ARD-Sommerinterview mehrfach “Kobold”. 2023 folgte bei der Münchner Sicherheitskonferenz die berühmte “360-Grad-Wende” bei Putin – gemeint waren offensichtlich 180 Grad.

Dazu kamen “präsidenzlos” statt “präzedenzlos” und “Defensieg” statt “Defensivsieg”. 

Einzelne Versprecher sind normal. Bei Baerbock ist daraus über die Jahre allerdings fast ein eigenes Genre geworden. Was bei anderen ein Ausrutscher bleibt, wiederholt sich bei ihr in immer neuen Varianten. Am Ende bleibt der Eindruck: Wer wenig liest, hat es manchmal schwerer mit den richtigen Worten.

Nun soll ausgerechnet sie an der Columbia University über “Global Leadership” lehren. Eine ungewöhnliche nächste Etappe einer außergewöhnlichen politischen Karriere.

Mehr zum Thema ‒ Kritik aus Afrika an Annalena Baerbock: “Herablassendes und respektloses Verhalten”

Schreibe einen Kommentar