Tiger-Alarm in Leipzig! Polizei muss Raubkatze erschießen

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Am Sonntag ereignete sich auf dem Privatgrundstück der als „Tigerkönigin“ bekannten Dompteurin Carmen Zander im Leipziger Stadtteil Dölzig ein schwerwiegender Zwischenfall. Ein Tiger aus ihrer Haltung griff aus noch ungeklärter Ursache zunächst einen Mitarbeiter an und entkam anschließend aus seinem Gehege. Die Polizei leitete einen Großeinsatz ein, bei dem das Raubtier wenig später in der Nähe einer Gartenanlage erschossen wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler konnten keine weiteren Tiere entweichen.

Laut einem ersten Bericht der Leipziger Volkszeitung (hinter einer Bezahlschranke) attackierte der Tiger am Sonntagmittag einen 73-jährigen Helfer von Carmen Zander, die auf dem Gelände beruflich mehrere Raubkatzen hält. Der Helfer erlitt dabei leichte Verletzungen.

Im Zuge des Großeinsatzes kamen bewaffnete Polizeikräfte, die Feuerwehr sowie ein Rettungshubschrauber zum Einsatz. Zudem überflog die Polizei das Areal mit einer Drohne, um die Lage zu erfassen. Das Tier, ein ausgewachsener Tiger, war nach den Angaben der Polizei vom gestrigen Tag nach dem Angriff auf den Mann aus dem Gehege in ein angrenzendes Gewerbegebiet geflohen. Die genauen Umstände, wie und warum es zu dem Angriff kam und wie der Tiger das gesicherte Gelände verlassen konnte, sind laut den laufenden Ermittlungen noch unklar. Eine Agenturmeldung ergänzt:

„Das Gehege wird von einer Dompteurin betrieben, gegen die es in der Vergangenheit schon mehrfach Vorwürfe gegeben hatte. Ein Verfahren gegen sie wurde gegen eine Geldauflage eingestellt.“

Nach Informationen der Bild-Zeitung vom Sonntagabend legte die Raubkatze eine Fluchtstrecke von „etwa 300 Metern“ zurück. Eine Polizeisprecherin erklärte der Redaktion gegenüber, dass das Tier schließlich im Bereich einer nahegelegenen Gartenanlage erschossen wurde. Die Polizei tötete das ausgewachsene, männliche Tier demnach „mit mehreren Schüssen aus einer Langwaffe“. Den Beamten zufolge war der Tiger maximal eine halbe Stunde in Freiheit.

Die Polizei begründete die Tötung des Tigers damit, dass dies „zum Schutz der Bevölkerung“ notwendig gewesen sei. Es habe keine Zeit mehr bestanden, auf einen Tierarzt zu warten, „da die Gartenanlage gut besucht gewesen sei“, so die Leipziger Polizeisprecherin laut MDR. Auch eine Evakuierung des Geländes sei nach sorgfältiger Abwägung nicht mehr in Frage gekommen.

Die Tierschutzorganisation PETA hat laut Medienberichten das zuständige Veterinäramt Nordsachsen „seit 2019 wiederholt auf aus Sicht der Organisation mangelhafte Haltungsbedingungen hingewiesen“. Ein PETA-Sprecher erklärte, dass bereits seit Jahren „zu kleine und unsichere Gehege sowie Verstöße gegen den Tierschutz“ kritisiert und regelmäßig an die Behörden gemeldet worden seien.

Erst am Sonntagvormittag hatte der MDR einen Beitrag veröffentlicht, in dem PETA erneut scharfe Kritik an Zanders Raubtierhaltung in Dölzig übt.

Die nach dem Vorfall noch acht verbleibenden Tiger auf dem Hof wurden laut einem LVZ-Artikel am Nachmittag vorübergehend von einer Tierärztin versorgt. Ob die Tiere letztlich in Dölzig bleiben können, wurde bis zum frühen Sonntagabend nicht entschieden. Die Polizei machte am Sonntag keine Angaben zur genauen Anzahl der Raubkatzen oder möglicher weiterer Tiere.

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