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Stand 25. September 2026, 08:56 Uhr
Deutschland

Linke und BSW werben in Berlin auf Arabisch um Stimmen

Kurz vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September setzen mehrere Berliner Parteien auf fremdsprachigen Wahlkampf. Besonders Linke und Bündnis Sahra Wagenknecht richten sich gezielt auf Arabisch an Wähler mit …

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Linke und BSW werben in Berlin auf Arabisch um Stimmen

Für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin am Sonntag haben sich die Wählerpotenziale verändert: Zehntausende Menschen, die seit der vergangenen Wahl eingebürgert wurden, können erstmals als deutsche Staatsbürger abstimmen. Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsbürger ab 16 Jahren mit mindestens dreimonatigem Hauptwohnsitz in der Stadt. Diese Neuwähler werden von mehreren Parteien gezielt umworben – teils in deren Herkunftssprachen.

Die Linken-Kandidatin Martha Kleedörfer, die im Wahlkreis 6 in Berlin-Mitte antritt, setzt auf eine mehrsprachige Wahlkampfpräsentation. Auf ihrer Internetseite sind Informationen neben Deutsch und Englisch auch auf Türkisch und Arabisch verfügbar. In einem arabischsprachigen Video wirbt die 27-jährige wohnungspolitische Sprecherin der Bezirksverordnetenversammlung Mitte für bezahlbare Mieten und bekämpfung von Rassismus. Zudem spricht sie von Solidarität mit Palästina und fordert das Wahlrecht für alle. Das Video ist mit arabischer Instrumentierung unterlegt; Kleedörfer trägt dabei ein T-Shirt mit einem Wassermelonenmotiv, das in der Palästina-Bewegung verbreitet ist.

Noch direkter fällt die Ansprache beim Bündnis Sahra Wagenknecht aus. Der Islamwissenschaftler Michael Lüders, der gemeinsam mit Alexander King die Doppelspitze des BSW für die Wahl bildet und in Neukölln kandidiert, spricht fließend Arabisch. In einem Video wendet er sich ausdrücklich an Menschen mit arabischen oder muslimischen Wurzeln und ruft zur Wahlbeteiligung auf. Seinen Appell verbindet er mit einem religiösen Bezug: Er fordert die Zuschauer auf, an Gott zu denken und am 20. September das BSW zu wählen. Bei einem Auftritt auf der Neuköllner Sonnenallee erklärte Lüders, das Viertel erinnere ihn mit seinem arabisch geprägten Ambiente an Damaskus und Beirut.

Auch der Linke-Direktkandidat Philipp Dehne für den Wahlkreis Neukölln 2 setzt auf Arabisch. Der bildungspolitische Sprecher der Linksfraktion in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung, der mehr als 20 Jahre im Bezirk lebt und als Lehrer gearbeitet hat, stellt sich in einem längeren arabischsprachigen Video vor. Er spricht über steigende Mieten, Lebenshaltungskosten und die Situation an Berliner Schulen. Dehne kann dabei auf eigene Sprachkenntnisse zurückgreifen: Er studierte Politik- und Islamwissenschaft unter anderem in Kairo, Saudi-Arabien und Syrien.

Neben Linken und BSW nutzen weitere Parteien mehrsprachige Angebote. Die Berliner SPD stellt ihr Wahlprogramm neben Deutsch auch auf Arabisch, Türkisch, Polnisch und Englisch zur Verfügung. Die Grünen informieren zur Bezirksverordnetenversammlungswahl ebenfalls auf Arabisch. Der FDP-Kandidat Batuhan Temiz wirbt auf Wahlplakaten auf Türkisch um Stimmen. Ob die Strategie der fremdsprachigen Ansprache erfolgreich ist, wird sich mit der ersten Prognose am Sonntagabend ab 18 Uhr zeigen.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von NIUS. Ursprungsmeldung

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