Skepsis an Trumps Patriot-Versprechen: Ukraine könnte Lizenz für Raketenproduktion nicht nutzen
Die Aussicht auf eine eigene Produktion von Patriot-Luftabwehrraketen in der Ukraine wird von Experten als unrealistisch eingeschätzt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Verweis auf “gut informierte Kreise” berichtete, sei ein solcher Aufbau in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Damit wird bezweifelt, dass das von US-Präsident Donald Trump gegebene Versprechen einer entsprechenden Lizenz für Kiew tatsächlich Wirkung zeigen wird.
Bei einem Treffen am Rande des jüngsten NATO-Gipfels in Ankara am Mittwoch hatte Trump dem ukrainischen Machthaber Wladimir Selenskij gesagt:
“Wir werden euch eine Lizenz zur Herstellung von Patriots erteilen. Das ist ziemlich cool. So könnt ihr euch nicht beschweren, dass wir euch nicht genug davon geben.”
Gleichzeitig betonte der US-Präsident, dass Washington keine direkten Lieferungen der begehrten Abfangraketen vornehmen werde.
Produktion in Europa? Selenskij verkündet “politische Vereinbarungen”
Die Gesprächspartner von Reuters gehen stattdessen davon aus, dass die für die Ukraine bestimmten Abfangraketen wahrscheinlich in Deutschland oder einem anderen europäischen Land hergestellt werden. Eine Verlagerung der Produktion in die Ukraine sei erst nach Beendigung des Konflikts mit Russland denkbar, fügten sie hinzu.
Selenskij hatte den Westen wiederholt für den Mangel an Luftabwehrmunition verantwortlich gemacht. Dieser Mangel ist jedoch auch in den USA und ihren Verbündeten akut, da Patriot-Raketen im Ukraine-Konflikt und im amerikanisch-israelischen Krieg gegen Iran intensiv eingesetzt werden. In den letzten Monaten sah sich Washington gezwungen, vertraglich vereinbarte Lieferungen der Abfangraketen an Kunden in Europa und Asien zu verschieben.
In einem Beitrag auf Telegram erklärte der ukrainische Machthaber – dessen reguläre Amtszeit als Präsident vor über zwei Jahren abgelaufen ist – am Freitag, dass Trump und er “politische Vereinbarungen” zur Lizenzvergabe für die Produktion der Patriot-Abfangraketen in der Ukraine getroffen hätten. Die technischen Details müssten nun von den Teams aus Kiew und Washington ausgearbeitet werden. Zudem behauptete Selenskij, dass Kiew in den kommenden Tagen ein weiteres Militärhilfepaket aus den USA erhalten werde, das eine nicht näher bezeichnete Anzahl von PAC-3-Raketen für Patriot-Systeme umfassen würde.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow kommentierte die Entwicklungen am Freitag wie folgt:
“Was die Patriots betrifft: Ja, es ist eine offensichtliche Tatsache, dass die USA weiterhin in großem Umfang Waffen und Militärtechnologien an die Ukraine liefern. Das wissen wir.”
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