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Stand 7. November 2026, 17:08 Uhr
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Microdramas: Serienindustrie entwickelt Formate für Smartphones

In Asien entsteht eine neue Gattung mobiler Unterhaltung: sogenannte Microdramas, bei denen Episoden nur wenige Minuten dauern und speziell für den vertikalen Smartphone-Bildschirm produziert werden.

Lesezeit 1 Minute
Microdramas: Serienindustrie entwickelt Formate für Smartphones

Das Smartphone hat den Fernseher als primäres Unterhaltungsgerät längst ergänzt. Nun geht der Trend einen Schritt weiter: In China und Indien werden Serien nicht mehr nur auf dem Handy konsumiert, sondern von Grund auf für das kleine Display entwickelt. Diese sogenannten Microdramas könnten die Art, wie Geschichten erzählt werden, nachhaltig verändern.

Im Gegensatz zu klassischen Serienfolgen von 30 bis 45 Minuten setzen Microdramas auf Episoden von ein bis drei Minuten. Die Formate erzählen dennoch durchgehende Geschichten mit festen Figuren, Konflikten und dramaturgischen Spannungsbögen. Jede Episode endet mit einem Haken – ein eskalierender Streit, ein enthülltes Geheimnis oder eine überraschende Wendung – und lädt zum Weiterschauen ein.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Formats zeigt sich am Beispiel des indischen Unternehmens EloElo. Für dessen Plattform Story TV wurde eine Finanzierung von 80 Millionen US-Dollar eingeworben, unter anderem vom US-Medienkonzern NBCUniversal. Nach Unternehmensangaben verfügt die App über mehr als 33 Millionen aktive Nutzer, die durchschnittlich rund 95 Minuten täglich mit den Inhalten verbringen.

Die Produktion unterscheidet sich fundamental von herkömmlichen Serien. Drehbücher, Kameraeinstellungen und Dramaturgie sind auf das Hochkantformat und kurze Aufmerksamkeitsspanne ausgelegt. Gleichzeitig schaffen die vielen aufeinanderfolgenden Episoden eine Bindung an Figuren und Handlung, wie sie bisher vor allem klassische Serien ermöglichten. Die Herstellung ist vergleichsweise schnell und kostengünstig; künstliche Intelligenz könnte den Prozess weiter beschleunigen.

Das Geschäftsmodell basiert auf Werbung und Abonnements, teilweise auch auf kostenpflichtigem Zugang zu weiteren Episoden. Ob sich Microdramas in Deutschland durchsetzen, ist noch ungewiss. Die hohen Investitionen und Nutzerzahlen in Asien deuten jedoch darauf hin, dass sich hier eine dauerhafte neue Form des Serienkonsums etablieren könnte – maßgeschneidert für eine Generation, die Geschichten lieber in kurzen Kapiteln als in langen Abenden erlebt.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von NIUS. Ursprungsmeldung

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