Neun Unions-Agrarminister lehnen Zuckersteuer ab
Die Agrarministerinnen und -minister aus neun unionsgeführten Bundesländern haben sich in einem gemeinsamen Schreiben gegen eine Verbrauchssteuer auf zuckerhaltige Lebensmittel ausgesprochen. Sie berufen sich dabei auf den …
Neun Agrarminister aus unionsgeführten Bundesländern haben sich in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, Kanzleramtschefin Nina Warken und den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Thorsten Frei gegen eine Zuckersteuer ausgesprochen. Die Minister begründen ihre Ablehnung mit dem Beschluss des CDU-Bundesparteitags in Stuttgart vom Februar 2026 sowie mit dem Koalitionsvertrag.
Im Kapitel Ernährung setze der Koalitionsvertrag eindeutig auf Freiwilligkeit, Anreize und Eigenverantwortung, argumentieren die Unterzeichner. Eine Zuckersteuer bedeute hingegen staatliche Lenkung und belaste den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötigerweise zusätzlich. Das passe nicht zur in der Koalition vereinbarten Linie.
Besonders eindringlich warnen die Minister vor den Folgen für die Landwirtschaft. Angesichts steigender Kosten für Dünger und Diesel sei ein Eingriff in den Zuckermarkt mit sinkenden Erlösen nicht vermittelbar. Bei vielen Fruchtsäften, etwa aus Johannisbeeren, Quitten oder Rhabarber, sei ein Zuckerzusatz zudem notwendig, um ein marktfähiges Produkt zu erhalten.
Auf Erfahrungen aus anderen Ländern verweisen die Minister ebenfalls. Selbst im Vereinigten Königreich, das oft als Vorbild genannt werde, hätten sich bislang keine bevölkerungsweiten gesundheitlichen Verbesserungen gezeigt. Statt einer Steuer setzen die Unterzeichner auf Ernährungsbildung, Eigenverantwortung und Innovation.
Die Minister verweisen zudem auf die nationale Reduktions- und Innovationsstrategie. Demnach enthalten Erfrischungsgetränke bereits knapp 15 Prozent weniger Zucker als noch 2018.
Das Schreiben unterzeichneten Marion Gentges (Baden-Württemberg), Michaela Kaniber (Bayern), Felor Badenberg (Berlin), Ingmar Jung (Hessen), Silke Gorißen (Nordrhein-Westfalen), Christine Schneider (Rheinland-Pfalz), Georg-Ludwig von Breitenbuch (Sachsen), Michael Richter (Sachsen-Anhalt) und Colette Boos-John (Thüringen).