Nvidia-Chef Jensen Huang trifft Kanzler Scholz in Berlin
Beim Invest in Germany Summit in Berlin ist der Nvidia-Vorstandsvorsitzende Jensen Huang mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammengetroffen. Der Chip-Milliardär kritisierte Deutschlands Technologie-Rückstand und erteilte Scholz' …
Beim Invest in Germany Summit in Berlin ist der Vorstandsvorsitzende des US-Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang, mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammengetroffen. Huang, der für seinen Auftritt in einer schwarzen Lederjacke der Marke Tom Ford bekannt ist, nutzte die Gelegenheit für deutliche Worte an die deutsche Politik.
Der Nvidia-Chef äußerte sich besorgt über die technologische Entwicklung Deutschlands. Er sagte laut Veranstalterangaben: „Nichts schmerzt mich mehr zu sehen, als dass ein hochtechnologisiertes Land wie Deutschland so abgehängt wird.“ Nvidia gilt als weltweit führender Anbieter von KI-Prozessoren und ist derzeit das höchstbewertete Unternehmen der Welt.
Kanzler Scholz erkundigte sich bei dem Treffen nach Möglichkeiten zur Regulierung künstlicher Intelligenz in Europa sowie zum Umgang mit EU-Bürokratie. Huang entgegnete darauf: „Man kann nichts regulieren, wenn es die Technologie gar nicht gibt.“ Die Aussage verstanden Beobachter als Kritik an der europäischen Regulierungspraxis, die der Technologieentwicklung vorauselle.
Anwesend war auch der Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz. Er kommentierte Huangs markantes Outfit scherzhaft und sagte, er würde am liebsten selbst eine Lederjacke überziehen, „um Deals abzuschließen“.
Die Begegnung fand vor dem Hintergrund wachsender Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft statt. Nvidia-Chips gelten als unverzichtbar für die Entwicklung moderner KI-Systeme. Deutschland und Europa bemühen sich seit längerem um einen stärkeren eigenen Standort in der Halbleiterindustrie, hinken jedoch bei der KI-Infrastruktur hinterher.