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Stand 30. September 2026, 05:44 Uhr
Deutschland

Parteikämpfe im Fall Schramm: Erst erneuter Entzug, dann Wiederherstellung der Mitgliedsrechte

Lesezeit 4 Minuten aktualisiert 26. August 2026, 21:44 Uhr

Wie die Welt und die Junge Freiheit am Donnerstagabend gleichlautend berichteten, nahm der NRW-Landesvorstand der AfD erneut einen Entzug der Mitgliedsrechte beim Wuppertaler Stadtrat Tim Schramm vor. Damit überstürzen sich die Ereignisse in der nordrhein-westfälischen AfD.

Noch am Vortag hatte das Landesschiedsgericht entschieden, dass “Schrammi” (wie er von seinen Anhängern genannt wird) die ihm entzogenen Mitgliedsrechte zurückerhält, bis über das anhängige Parteiausschlussverfahren entschieden ist (unsere Redaktion berichtete). Hätte der Beschluss Bestand, wäre Schramm am Wochenende beim Gründungskongress der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen nicht wählbar. Schramm hatte im Vorfeld eine dortige Kandidatur für ein Parteiamt nicht ausgeschlossen.

Damit geht der Kampf des NRW-Landesvorstandes gegen den frenetischen Russlandhasser Schramm in die nächste Runde. In der Presse wurde verlautbart, der Landesvorstand habe die Neufassung des Beschlusses zum Entzug der Mitgliedsrechte bereits vor Monaten verfasst, aber erst jetzt Schramm per Mail zukommen lassen. 

Im Gegensatz zum vorherigen, mittlerweile abgeschmetterten Entwurf soll sich die Zweitfassung in der Begründung weniger auf Schramms Kampfeinsatz in der Ukraine stützen (Schramm selbst hat in mehreren Interviews angedeutet, dort auch getötet zu haben), sondern vielmehr auf Schramms Gesprächsbereitschaft gegenüber der rechtsextremen Szene.

Konkret soll es um das im August 2025 auf YouTube veröffentlichte Gespräch Schramms mit Baldur Landogart (mit bürgerlichem Namen: Tobias Schulz) über “den Ukrainekrieg und persönliche Fronterfahrungen” gehen. Der rechtsextreme Aktivist und frühere NPD-Vorstand Landogart ist bereits mehrfach in die Ukraine gereist und soll im Jahr 2022 auf Telegram verkündet haben, selbst an den Kämpfen teilnehmen zu wollen.

Obwohl er damals einer Die Zeit-Recherche zufolge Kriegsfreiwilligen einen Asow-Sammelpunkt mitgeteilt hatte, leitete die Görlitzer Staatsanwaltschaft kein Ermittlungsverfahren wegen Werbens für einen fremden Wehrdienst ein. Nach einer Gefährderansprache ließ der Rechtsextreme verlauten, man leiste in der Ukraine nur humanitäre und politische Hilfe. Berichten zufolge hatte Landogart im Jahr 2022 verkündet:

“Wie mein Großvater möchte ich nicht tatenlos zusehen, wie eine Rote Armee erneut gen Westen drängt.”

Es muss vorerst ungeklärt bleiben, ob Schramm eine ähnliche Motivation wie Landogart treibt und ob er in der Ukraine auf den Spuren seiner Altvorderen wandelt, indem er russische Stellungen mit Mörsergranaten beschießt und Drohnen auf sie steuert. Für den EU-Abgeordneten und Beisitzer im NRW-Landesvorstand Hans Neuhoff genügte die YouTube-Aufzeichnung immerhin, um ein “Zusammenwirken” beider Ukraine-Aktivisten zu erkennen und auf einen erneuten Entzug der Mitgliedsrechte zu plädieren, um Schaden von der Partei abzuwenden.

Ob es sich – wie es die Bundessatzung bei einem derartigen Entzug von Mitgliedsrechten vorsieht – tatsächlich um einen “dringenden und schwerwiegenden Fall” mit akuter Gefährdungslage handelt, der ein “sofortiges Eingreifen” erforderlich macht, dürfte in der kommenden Zeit noch die Parteigerichte (womöglich auch die zivilen Gerichte) beschäftigen. Auch die späte Zustellung der Zweitfassung des Beschlusses dürfte zum Thema werden. Jüngster Stand der “Schrammi”-Parteiaffäre ist (am Freitagnachmittag), dass der junge Russenbekämpfer erneut die Mitgliedsrechte zugesprochen bekommen haben soll. Damit wäre Schramm in Gießen wählbar.

Der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete und AfD-Fraktions-Vize Sven Tritschler hatte zuvor gegenüber der Jungen Freiheit angedeutet, dass der Ausschluss seines Mitarbeiters Schramm von der Gründungsversammlung in Gießen die Rechtssicherheit der Neuaufstellung der AfD-Jugend gefährde. In einer parteiinternen E-Mail soll er außerdem das erneute Vorgehen gegen seinen Protegé Tim Schramm als “rechtswidrig” scharf zurückgewiesen haben. Tritschler sprach von “Umtrieben seitens Neuhoff, die an eine “Bananenrepublik” erinnerten, die rechtsstaatliche Ordnung der Partei infrage stellten und sogar “hochgradig VS-relevant” seien.

Gegenüber Frederik Schindler von der Welt wies der Jungpolitiker Schramm die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Es sei ihm beim Treffen mit Landogart allein um die Ukraine gegangen:

“Man sollte nur bewerten, was ich sage, und nicht, wo ich es sage. Vorgeworfen wird mir aber nur mein Gespr&auml

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