Marinechef Kaack bestätigt Bereitschaft für Mineneinsatz in der Straße von Hormus
Der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, hat bekräftigt, dass die Seestreitkräfte für einen möglichen Minenräumeinsatz in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus gewappnet sind. „Wir werden im Bedarfsfall einsatzbereit sein“, erklärte Kaack am Donnerstag während einer Informationsveranstaltung. Er betonte, dass die vorhandenen Verbände für einen Anti-Minen-Einsatz in dieser wichtigen Meerenge speziell ausgerüstet seien.
Kaack hob die Verlässlichkeit der deutschen Marine hervor, wies jedoch gleichzeitig auf die Notwendigkeit einer sorgfältigen Priorisierung hin. „Unsere Kräfte sind bereits in verschiedenen Einsatzgebieten aktiv, darunter im Roten Meer, im Mittelmeer und in der Ostsee“, so der Marinechef. „Jede zusätzliche Aufgabe erfordert eine genaue Abwägung der verfügbaren Ressourcen.“
Eine endgültige Entscheidung über eine deutsche Beteiligung an einem solchen Einsatz steht noch aus. Diese obliegt dem Bundessicherheitsrat sowie dem Bundestag. Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius haben zuletzt grundsätzlich ihre Bereitschaft signalisiert. Im Fokus steht dabei insbesondere der Einsatz von Minenjagdbooten der Frankenthal-Klasse sowie entsprechende Aufklärungskapazitäten. Voraussetzung für ein deutsches Engagement bleibt jedoch ein belastbarer Waffenstillstand in der Region.
Konkrete Angaben zu Umfang und Zeitplan eines möglichen Einsatzes wurden mit Verweis auf Sicherheitsaspekte nicht gemacht. „Details zu operativen Planungen unterliegen selbstverständlich der Geheimhaltung“, erklärte ein Sprecher der Marine auf Nachfrage.
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