Tankrabatt-Aus am 1. Juli: Autofahrer müssen mit heftigen Preissprüngen rechnen

Ab Mittwochmorgen tritt an deutschen Tankstellen wieder der reguläre Steuersatz für Benzin und Diesel in Kraft. Branchenexperten zufolge, die sich auf Medienberichte stützen, könnte dies bereits in den Tagen zuvor zu Preissteigerungen führen. Eine Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts zeigt, dass die vorübergehende Steuersenkung in den letzten Wochen nur teilweise den Autofahrern zugutekam.

Der sogenannte Tankrabatt endet offiziell in der Nacht zum Mittwoch, wie von der Berliner Politik vorgegeben. Laut einer Mitteilung des Ifo-Instituts wurde die Vergünstigung nur begrenzt an die Fahrzeughalter weitergegeben. Für Dieselkraftstoff haben die Wissenschaftler bis einschließlich 25. Juni “eine durchschnittliche Weitergabe von nur 12 Cent pro Liter” ermittelt. Dieser Wert liegt deutlich unter den 17 Cent, um die die Steuer im Rahmen der Entlastungsmaßnahme gesenkt wurde.

Die bestehende Vorschrift, dass Tankstellen die Preise nur einmal täglich um 12:00 Uhr mittags anpassen dürfen, bleibt jedoch unverändert. Daher wird von Marktbeobachtern erwartet, dass der größte Preissprung an den meisten Stationen voraussichtlich am 1. Juli zur Mittagszeit erfolgt.

Der ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club), Deutschlands größter Verkehrsclub, erklärte in einer Stellungnahme:

“Es ist davon auszugehen, dass Benzin und Diesel rasch wieder um rund 17 Cent je Liter teurer werden. Ob und welche Entlastungsmaßnahmen für Autofahrer und Autofahrerinnen geplant sind, ist bislang offen. ADAC Tipp: Autofahrende sollten rechtzeitig vor Ende des Tankrabatts noch einmal den Tank füllen.”

Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, äußerte sich gegenüber dem Spiegel zu den Profiteuren der vergangenen Wochen. Er betonte, “der Tankrabatt beim Superbenzin nahezu vollständig an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben” worden sei. Dies beziehe sich auf die erhobenen Durchschnittswerte für “Super E5 und Super E10 von 17 und 16 Cent pro Liter”. Beim Diesel hingegen lag die Weitergabequote bei annähernd 73 Prozent.

Die Ifo-Forscher betrachten das Auslaufen des Tankrabatts als richtige Entscheidung. Die Maßnahme habe die Steuerzahler mit Kosten von 1,6 Milliarden Euro “sehr teuer gekostet”. Dazu vermerkt die Berliner Zeitung:

“Einem typischen Dieselfahrer mit 17.000 Kilometern Jahresleistung brachte die Entlastung rechnerisch rund 33 Euro, einem Benziner mit 9.500 Kilometern etwa 21 Euro. Ob die Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde, ist umstritten.”

Der künftige Spritpreis hängt von der Entwicklung des Ölpreises ab. Zuletzt war der Ölpreis gesunken, was zu leicht fallenden Kraftstoffpreisen führte. Realistisch sei aber, Anfang Juli “wieder mit steigenden Kraftstoffpreisen zu rechnen”, so das Ifo-Institut am Montag.

Laut ADAC-Analyse kostete der Kraftstoff “E10 pro Liter im bundesweiten Durchschnitt am vergangenen Sonntag 1,845 Euro, das sind 0,2 Cent mehr als am Vortag”. Diesel lag am Sonntag bei “1,765 Euro pro Liter (+0,2)”. Bereits in den Tagen zuvor sei “ein leichter Anstieg zu beobachten” gewesen, “und auch am Wochenende zogen die Spritpreise nochmals an”.

Die Grundlage der Ifo-Schätzung bildete ein Vergleich mit den Spritpreisen in Frankreich. Dies sollte es ermöglichen, in der Preisentwicklungsanalyse zwischen normalen Schwankungen – beispielsweise durch fallende Ölpreise – und der Wirkung des Tankrabatts zu unterscheiden.

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