Verwaltungskosten der Rentenversicherung seit 2019 um fast 40 Prozent gestiegen
Die Deutsche Rentenversicherung gibt für Verwaltung und Personal deutlich mehr aus als noch vor wenigen Jahren. Auch bei den Jobcentern und der Bundesagentur für Arbeit haben die Verwaltungsausgaben zugenommen.
Die Verwaltungskosten der Deutschen Rentenversicherung sind von 2019 bis 2025 von rund 4,08 Milliarden Euro auf etwa 5,65 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von rund 1,57 Milliarden Euro oder 38,5 Prozent. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag hervor, die dem Abgeordneten Marc Bernhard zugerechnet wird.
Parallel zu den steigenden Kosten ist auch der Personalbestand gewachsen. Die Zahl der Vollzeitstellen außerhalb der Eigenbetriebe stieg von 49.311 im Jahr 2019 auf 53.393 im Jahr 2025. Das sind 4.082 zusätzliche Stellen beziehungsweise ein Plus von rund 8,3 Prozent.
Die Bundesregierung führt die Entwicklung unter anderem auf eine steigende Zahl von Rentenanträgen, zusätzliche Aufgaben und die Modernisierung der IT-Systeme zurück. Besonders kostenintensiv war demnach die Einführung der Grundrente. Für deren Einführung und Bearbeitung fielen nach Angaben der Bundesregierung in den Jahren 2021 und 2022 rund 465 Millionen Euro an. Seitdem entstehen jährlich weitere Verwaltungskosten von etwa 90 Millionen Euro. Für den Zeitraum 2021 bis 2025 summiert sich der Verwaltungsaufwand für den Grundrentenzuschlag damit auf rund 735 Millionen Euro – ohne die eigentlichen Rentenzahlungen an die Berechtigten.
Ähnliche Tendenzen zeigen sich bei der Verwaltung des Bürgergeldes. Eine Auswertung des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) zufolge stiegen die Verwaltungskosten der Jobcenter einschließlich kommunaler Anteile von rund 5,64 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf knapp acht Milliarden Euro im Jahr 2025. Das entspricht einem Anstieg von etwa 41 Prozent.
Aufmerksamkeit erregt zudem die Personalstruktur der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Behörde beschäftigte im Jahr 2024 nach eigenen Angaben rund 101.000 Vollzeitkräfte, davon knapp 14.000 in der direkten Arbeitsvermittlung. Im selben Jahr vermittelte die BA bundesweit rund 87.000 Arbeitnehmer direkt in Beschäftigung. Die BA steht seit 2022 unter der Leitung von Andrea Nahles (SPD).