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Stand 29. September 2026, 02:09 Uhr
Deutschland

Whistleblower enthüllt: Kirche plant heimlich Kriegsvorbereitungen – “Wir müssen uns wappnen

Lesezeit 4 Minuten aktualisiert 26. August 2026, 19:50 Uhr

Von Astrid Sigena

Die Bundeswehr arbeitet, wie bekannt, an einem sogenannten “Operationsplan Deutschland”. Der streng geheime “OPLAN DEU”, wie das umfangreiche Dokument abgekürzt heißt, soll mittlerweile über 1400 Seiten umfassen und weiter wachsen. Gelegentlich sickern beunruhigende Details an die Öffentlichkeit, etwa dass die Zivilbevölkerung im Ernstfall nicht mehr mit einer funktionierenden Gesundheitsversorgung rechnen könne.

Es war absehbar, dass andere Institutionen nachziehen würden. So haben auch die katholische und die evangelische Kirche einen eigenen “Geistlichen Operationsplan Deutschland” (GOD) erarbeitet. Das interne Arbeitspapier trägt den offiziellen Titel “Ökumenisches Rahmenkonzept Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall”. Es war – ähnlich wie der militärische Plan – bis auf wenige öffentliche Äußerungen von Kirchenvertretern unter Verschluss.

Seit vergangenem Sonntag ist das 26-seitige Konzept jedoch auf einer antimilitaristischen christlichen Webseite einsehbar. Wer sich von der Lektüre spektakuläre militärische Enthüllungen erhofft hatte, wird enttäuscht. Im Kern geht es vor allem darum, bürokratische Kompetenzstreitigkeiten im Voraus zu vermeiden.

Dennoch lassen sich aus dem veröffentlichten Dokument einige wesentliche Schlüsse ziehen. Erstens: Es existiert innerkirchlicher Widerstand gegen den sicherheitspolitischen Kurs der beiden Großkirchen. So hatte sich bereits 2024 die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann gegen den GOD ausgesprochen (unsere Redaktion berichtete). Auch der EKD-Friedensbeauftragte Friedrich Kramer übte deutliche Kritik an der Friedensdenkschrift seiner Kirche, die sogar eine nukleare Teilhabe für ethisch vertretbar hält.

Wie verbittert friedensbewegte Kreise innerhalb der Kirchen auf den militaristischen Kurs der Führung reagieren, zeigt eine Stellungnahme der “Ökumenischen Initiative zur Abschaffung/Reform der Militärseelsorge”. Diese schreibt auf ihrer Homepage: “Im Kriegsfall sollen wir Todesnachrichten überbringen, uns um die Witwen und Waisen kümmern, mit dem Militär zusammenarbeiten und ansonsten für ‘Ruhe und Ordnung’ sorgen.”

Ein sich dem Frieden verpflichtet fühlender Christ äußerte auf seinem Facebook-Account ebenfalls scharfe Kritik: “In dem Papier steht aber NICHT, dass wir im Kriegsfall Deserteure unterstützen sollen. Da steht nicht, dass wir im Kriegsfall für einen Waffenstillstand, Verhandlungen und Abrüstung demonstrieren sollen. Zusammenfassung: Die Bischöfe haben mit der Bundeswehr ein Mistpapier entwickelt.” Allein die Tatsache, dass der GOD geleakt wurde, belegt die Existenz eines klerikalen Widerstands.

Zweitens wird aus dem Dokument deutlich: Schon die Existenz des GOD zeigt, dass Militärseelsorge, Kirchen und Bundeswehr die Wahrscheinlichkeit eines in absehbarer Zeit ausbrechenden bewaffneten Konflikts für hoch einschätzen. Die darin beschriebenen Krisenstäbe, Kommunikationsketten und Fortbildungen für haupt- und ehrenamtliche Seelsorger würden nicht eingerichtet, wenn man nicht davon ausginge, sie bald zu benötigen.

Als künftiger Gegner wird dabei Russland benannt. Dies geht aus folgender Passage hervor: “Wir erleben nicht nur einen Krieg in Europa, genauer in der Ukraine. Deutschland und seine europäischen Nachbarn sind jetzt schon Angriffsziel: Hybride Bedrohungen, Angriffe auf die kritische Infrastruktur, Cyberattacken sind nur einige Stichpunkte. Alle relevanten Akteure aus Militär, Nachrichtendiensten und Wissenschaft warnen davor, dass Russland bereits vor Ende dieses Jahrzehnts in der Lage sein könnte, NATO-Gebiet anzugreifen.”

Die Verfasser des GOD rechnen dabei nicht mit einem direkten russischen Überfall auf Deutschland. Auch Kampfhandlungen auf deutschem Boden halten sie für unwahrscheinlich. Stattdessen gehen sie vom Bündnisfall aus, in dem Deutschland als logistische Drehscheibe fungiert. Waffen, Material und Soldaten würden dann durch die Bundesrepublik an die Front transportiert. Zudem stünden Deutschland “Fluchtbewegungen von Ost nach West” sowie der Rücktransport von Verwundeten und Gefallenen bevor.

Deren Zahl, so die Autoren (ab Zeile 129), werde hoch sein: “Aufgrund der Erfahrungen aus dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine sollte von einer hohen Anzahl an Verwundeten und Gefallenen ausgegangen werden.” Auf das deutsche Kerngebiet kämen vermutlich – zusätzlich zu den genannten Belastungen – “Angriffe auf die kritische Infrastruktur, Cyberattacken, Sabotage und Terrorakte” zu.

Die Nüchternheit, mit der die Ersteller des GOD einen Krieg mit hohen Verlusten erwarten und eine möglichst effiziente geistliche Betreuung der Opfer und Hinterbliebenen planen, ist erschreckend. Die prognostizierte hohe Verlustzahl deckt sich mit Planungen der Bundeswehr, die bereits 2019 von einer täglichen Verlustrate von vier Prozent ausging.

Umso zynischer wirkt die Haltung der beteiligten Geistlichen. Ihren eigenen Ausführungen zufolge würde die deutsche Zivilbevölkerung durch einen Krieg erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Für den Bündnisfall setzen sie “Sabotage- und Terrorakte” voraus, bei denen mit vielen zivilen Opfern und “Massentraumatisierungen” zu rechnen sei. Die gewohnten Standards der Gesundheitsversorgung seien dann nicht mehr gewährleistet.

Bereits während möglicher Truppentransporte im Spannungsfall (ab Zeile 181) rechnet das Rahmenpapier für die Zivilbevölkerung mit “Einschränkungen in b

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