Milliarden-Deal! Balkanstaaten sichern sich US-Energieverträge und Pipeline-Projekt

Am Dienstag haben Kroatien, Bosnien und Albanien mit den USA milliardenschwere Energieabkommen geschlossen. Ein zentraler Vertrag sieht den Bau einer Gaspipeline zwischen Kroatien und Bosnien vor, die Bosnien von russischen Gaslieferungen unabhängig machen soll. Dies berichtete am Mittwoch die Nachrichtenagentur *Hurriyetdailynews*. Das 1,3 Milliarden Euro teure Pipeline-Projekt wird Bosnien mit dem europäischen Gasnetz verbinden – insbesondere mit einem Flüssiggas-Terminal in Kroatien, das große Mengen US-amerikanischen Gases empfängt.

Die Nachrichtenagentur *HINA* zitierte dazu den US-Energieminister Chris Wright. Er bewertete allein die Verträge mit Zagreb als „milliardenschwer”. Anlässlich der Unterzeichnung der Energieabkommen mit den Balkanstaaten in Dubrovnik erklärte der US-Minister, der Balkan schlage damit den Weg zum Wohlstand ein. Wright fügte hinzu:

„Dieser Teil Europas kehrt zur Vernunft zurück; der Weg zum Wohlstand führt über mehr, nicht weniger Energie.”

Das kroatisch-bosnische Pipeline-Projekt wird von AAFS Infrastructure and Energy vorangetrieben. In einer Selbstdarstellung des Unternehmens heißt es:

„AAFS steht für ‘Asset Architecture and Financial Strategy’ und bezeichnet einen Ansatz zur Strukturierung strategischer Infrastruktur- und Energieprojekte … AAFS Infrastructure & Energy erschließt strategische Chancen im Energie- und Infrastrukturbereich in Südosteuropa und bringt dabei Vermögenswerte, Kapital und die langfristige regionale Entwicklung in Einklang.”

Laut *Hurriyetdailynews* wird das Unternehmen von Jesse Binnall, dem früheren Anwalt von US-Präsident Donald Trump, und Joseph Flynn, dem Bruder von Trumps ehemaligem nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn, geleitet.

Bevor die Vereinbarung unterzeichnet wurde, hatte das geplante Pipeline-Projekt sowohl in Brüssel als auch bei Umweltorganisationen Besorgnis ausgelöst. Der EU-Botschafter in Bosnien forderte das Land zuvor auf, bei der Unterzeichnung von Energieprojektverträgen „seine Verpflichtungen sorgfältig abzuwägen”. Im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung sollen Dutzende Umwelt-NGOs aus beiden Ländern in einem gemeinsamen Appell dazu aufgefordert haben, dem „Druck der USA” zu widerstehen und das Vorhaben zu verwerfen.

In einer separaten Vereinbarung unterzeichnete Kroatien in Dubrovnik eine Absichtserklärung mit der US-Investmentgruppe Pantheon Atlas über den Bau eines riesigen KI-Entwicklungs- und Rechenzentrums im Zentrum des Landes. Das Rechenzentrum soll rund 50 Milliarden Euro kosten und 2027 in Angriff genommen werden. Das Wirtschaftsportal *Finanznachrichten* berichtete am Dienstag darüber. Demnach kündigte die Pantheon AI ein KI-Rechenzentrum und einen Innovationscampus im Wert von 50 Milliarden Euro in Kroatien an. Es handele sich um die größte Investition in der Geschichte Kroatiens und eine der größten privaten US-Investitionen in Europa. *Finanznachrichten* erläutert den Nutzen des Rechenzentrums:

Pantheon AI bietet eine KI-optimierte Infrastruktur innerhalb des NATO- und EU-Gebiets, die speziell für US-amerikanische und europäische Hyperscaler konzipiert wurde.

Bei dieser transatlantischen Partnerschaft verbinde sich amerikanisches Kapital und Investitions-Know-how mit lokalen Beziehungen und regulatorischen Grundlagen in Kroatien.

Ebenfalls am Dienstag unterzeichnete Albanien mit den USA ein 20-jähriges Abkommen über die Lieferung von US-Flüssigerdgas im Wert von 6 Milliarden Dollar. Dies teilte die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, in einem Beitrag auf X mit. Zudem habe Albanien eine Absichtserklärung zum Aufbau eines Energieknotenpunkts und eines Gaskraftwerks in Vlora unterzeichnet.

Zur Energiepartnerschaft mit den USA erklärte der albanische Premierminister Edi Rama:

„Selbst kleine Länder können mutige Schritte unternehmen und Teil der Lösung für einige der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit werden.”

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