EU-Kommissionschefin drängt auf strategische Gasreserven
Angesichts drohender Versorgungsengpässe hat Ursula von der Leyen die EU-Staats- und Regierungschefs dazu aufgerufen, über die Schaffung strategischer Gasvorräte nachzudenken. Die Initiative zielt darauf ab, die Energiesicherheit …
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Mitgliedstaaten der Europäischen Union vorgeschlagen, die Einrichtung strategischer Gasreserven zu prüfen. Nach Angaben diplomatischer Kreise geht es um eine langfristige Maßnahme, die den EU-Staat vor künftigen Versorgungsrisiken schützen soll. Die Hintergründe ergeben sich aus internen Dokumenten zur Reform der europäischen Gasversorgungssicherheit.
Die Unterlagen sehen vor, Energieunternehmen durch Anreize zu größeren Gaslagern zu bewegen. Eine verpflichtende Anordnung strategischer Reserven ist darin jedoch nicht explizit vorgesehen. Über den genauen Mechanismus zur Bildung der Vorräte bestand zunächst Unklarheit. Ein mit der Angelegenheit vertrauter Diplomat bezeichnete das Vorhaben als vorausschauenden Schritt zur Absicherung der Union.
Die Initiative kommt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um die Gasversorgung in den kommenden Wintermonaten. Demnach droht der Europäischen Union in der bevorstehenden kalten Jahreszeit ein erheblicher Gasengpass, der rasche Zusatzeinkäufe erforderlich machen könnte. Der erwartete Fehlbetrag wird auf bis zu 14 Milliarden Kubikmeter geschätzt – das entspricht etwa sieben Prozent des Gesamtbedarfs des Staatenverbunds.
Experten haben zudem eine weitere alarmierende Prognose vorgelegt. Demnach könnten die Gasvorräte in den EU-Speichern bis Ende März 2027 auf elf Prozent absinken. Dieses Szenario setzt einen kalten Winter, reduzierte Lieferungen aus Russland sowie einen Mangel an Flüssiggas voraus. Die Kombination dieser Faktoren würde die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen.