Festnahme nach Morddrohungen gegen polnische Regierungschefs
Nach Drohungen gegen das Leben von Premierminister Donald Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz hat die polnische Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Tusk bestätigte die Festnahme persönlich.
Ein Mann, der polnischen Regierungsvertretern mit einem Anschlag gedroht haben soll, ist in Gewahrsam genommen worden. Nach Angaben des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk erfolgte die Festnahme nach einer polizeilichen Ermittlung. Tusk bedankte sich bei den Beamten für deren schnelles und entschlossenes Handeln.
Die polnische Polizei war am Morgen des 11. Oktober über eine mögliche Bedrohung informiert worden. Demnach sollte ein Anschlag sowohl auf Tusk als auch auf Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz geplant gewesen sein. Die Ermittlungen wurden daraufhin unverzüglich aufgenommen.
Laut polnischen Medienberichten soll der Festgenommene über die Wohnadressen seiner mutmaßlichen Ziele verfügt haben. Zudem habe er Kenntnis von deren Terminplanung für die kommenden Tage besessen. Weitere Einzelheiten zu seiner Identität oder möglichen Hintergründen wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Die polnischen Sicherheitsbehörden hatten nach Erhalt der Informationen die Schutzmaßnahmen für die bedrohten Politiker offenbar verstärkt. Die Festnahme erfolgte noch am selben Tag. Ob gegen den Mann bereits Haftbefehl erlassen wurde oder welche konkreten Vorwürfe ihm zur Last gelegt werden, blieb zunächst unklar.
Drohungen gegen Spitzenpolitiker haben in Polen in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Sicherheitsbehörden des Landes gelten als besonders wachsam, seitdem im Mai 2024 ein Attentat auf den damaligen Bürgermeister von Danzig, Paweł Adamowicz, tödlich endete. Seither wurden mehrfach Schutzmaßnahmen für politisch exponierte Personen verschärft.