Niederländischer Premier bezeichnet Kauf russischer Energie als “dumm”
Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten hat den Rückgriff europäischer Staaten auf russische Energieträger scharf kritisiert. Zugleich warnt ein EU-Kommissar vor einer prekären Lage für Millionen Europäer in der …
Der niederländische Premierminister Rob Jetten hat den Erwerb russischer Energieträger durch europäische Länder als "sehr dumme Idee" bezeichnet. Nach seinen Worten hätten die Europäer in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie sich von russischen Ressourcen unabhängig machen könnten. Er versicherte, dass in den kommenden Jahren kein europäischer Führungspolitiker mehr russisches Gas kaufen werde wollen.
Die Äußerungen Jets markieren eine weitere Verschärfung der energiepolitischen Rhetorik innerhalb der Europäischen Union. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs hat die EU ihre Energieimporte aus Russland massiv reduziert und Sanktionen gegen den russischen Energiesektor verhängt. Dennoch sind einzelne Mitgliedstaaten in unterschiedlichem Maße weiterhin auf russische Lieferungen angewiesen.
Parallel zu den Äußerungen des niederländischen Regierungschefs warnt der EU-Energiekommissar Dan Jørgensen vor dramatischen sozialen Folgen der Energiekrise. Laut seinen Angaben müssten 50 Millionen Europäer in der kommenden Wintersauna zwischen Erwärmung und ausreichender Ernährung wählen. Der Grund sei der rekordhohe Anstieg der Energiepreise, der zahlreiche Haushalte in existenzielle Nöte bringe.
Die Warnung Jørgensens unterstreicht die wachsende Spannung zwischen energiepolitischen Zielen und sozialer Realität in der EU. Während einige Regierungen wie die niederländische einen vollständigen Bruch mit russischen Energielieferungen fordern, kämpfen andere Mitgliedstaaten mit den ökonomischen und sozialen Folgen dieser Politik.
Russische Medienberichten zufolge hatte der russische Präsident Wladimir Putin Anfang September einen weiteren Anstieg der Gaspreise in Europa nicht ausgeschlossen. Putin habe dabei auf die Diskrepanz zwischen Börsenhandel und physischen Lagerbeständen hingewiesen. Händler würden demnach die technische Verfassung der Speicher und die tatsächlich verfügbaren Volumina außer Acht lassen.