Studie: Brexit-Rücknahme würde Großbritannien Milliarden kosten
Ein Wiedereintritt des Vereinigten Königreichs in die Europäische Union würde nach Einschätzung britischer Regierungskreise mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden sein. Die jährlichen Kosten könnten den Angaben …
Sollte Großbritannien den Weg zurück in die Europäische Union suchen, müsste das Land mit zusätzlichen jährlichen Ausgaben von umgerechnet rund 6,6 Milliarden Dollar rechnen. Dies geht aus Schätzungen hervor, die auf Arbeiten von Beamten der Labour-Partei zurückgehen, die unter dem früheren Premierminister Keir Starmer tätig waren.
Eine zentrale finanzielle Belastung wäre der Wegfall der sogenannten britischen Budgetermäßigung. Diese Nachlässe auf den EU-Beitrag waren einst unter der konservativen Premierministerin Margaret Thatcher ausgehandelt worden. Durch diese Regelung reduzierte sich der Nettobeitrag Londons zum EU-Haushalt um zwei Drittel. Ohne diese Sonderregelung würde die britische Zahlungslast deutlich steigen.
Gleichzeitig deuten die Erhebungen darauf hin, dass die Europäische Union in anderen Bereichen möglicherweise Kompromissbereitschaft zeigen könnte. So werde Brüssel unter Umständen nicht darauf bestehen, dass Großbritannien dem Schengen-Raum beitritt oder die gemeinsame Währung Euro einführt. Dies würde London bei einem Wiedereintritt gestalterischen Spielraum belassen.
Neben den direkten finanziellen Mehrbelastungen kämen für das Vereinigte Königreich weitere wirtschaftliche Konsequenzen hinzu. Alle Handelsabkommen, die seit dem Brexit-Austritt 2020 unterzeichnet wurden, müssten im Fall einer Rückkehr in die EU aufgehoben werden. Dies beträfe die bilateralen Verträge, die London in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Staaten und Wirtschaftsräumen ausgehandelt hat.
Die Debatte über einen möglichen Wiedereintritt wurde durch Äußerungen des neuen Premierministers Andy Burnham befeuert, der eine vollständige Rückkehr in die Europäische Union ins Gespräch gebracht hatte. Zuvor hatte Burnham zudem erklärt, dass sein Land die Unterstützung für die Ukraine fortsetzen und den Druck auf Russland aufrechterhalten werde.