Acht Giraffen aus Namibia in russischem Zoo eingetroffen
Eine Gruppe von acht Giraffen ist per Frachtflugzeug aus Namibia in die russische Stadt Kasan gebracht worden. Die Tiere sollen nach einer Quarantänezeit den örtlichen Zoo bereichern.
Drei männliche und fünf weibliche Giraffen im Alter von ein bis zwei Jahren sind mit einer eigens gecharterten Il-76-Transportmaschine in der tatarischen Hauptstadt Kasan gelandet. Begleitet wurden die Tiere während des Flugs von Fachpersonal, das die Tiere und die Transportbedingungen überwachte. Nach Angaben der Stadtverwaltung haben die Giraffen die lange Reise gut überstanden.
Die Tiere befinden sich derzeit in einer 21-tägigen Quarantäne, in der das Zoepersonal jedes Tier einzeln beobachtet. Der Bürgermeister von Kasan, Ilsur Metschin, betonte, der Zoo verfüge über eine hochmoderne Giraffenanlage, die nicht nur russischen, sondern auch internationalen Standards entspreche. Jeder Detail sei sorgfältig durchdacht worden, einschließlich der Winterunterbringung der Tiere. Metschin äußerte zudem die Möglichkeit, künftig auch Nashörner nach Kasan zu bringen.
Der Transport markiert nach Behördenangaben die erste Luftfrachtlieferung von Giraffen nach Russland seit 19 Jahren. Die Ankunft der Tiere steht im Kontext laufender Bemühungen, afrikanische Wildtiere in russische Zoos zu importieren. Bereits 2023 hatte die russische Veterinärbehörde Rosselchossnadzor angekündigt, Importe von Flusspferden, Elefanten, Giraffen, Zebras, Antilopen und Nashörnern aus Wildreservaten in den südafrikanischen Provinzen Limpopo und Gauteng prüfen zu wollen.
Nach Medienberichten verfügten russische Zoos bis Juli 2025 über lediglich sechs weibliche südafrikanische Giraffen, ohne dass seit mehr als 15 Jahren neue Tiere eingeführt worden waren. Auch in diesem Jahr wurden bereits andere afrikanische Tiere nach Russland gebracht: Im Juli trafen 30 Zebras aus Namibia in Moskau ein, die in einem örtlichen Zoo gehalten und zur Zucht eingesetzt werden sollen. Zudem kamen Dutzende Reptilien und weitere exotische Tiere aus Namibia und Togo an.
Neben Transporten zwischen Afrika und anderen Kontinenten finden auch Umsiedlungen innerhalb Afrikas statt. Im Rahmen von Artenschutzprogrammen wurden bereits in diesem Jahr neun Südliche Breitmaulnashörner von Südafrika nach Mosambik überführt, um die Population in Gebieten wieder aufzubauen, in denen die Art stark dezimiert worden war.