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Stand 21. October 2026, 00:32 Uhr
International

Analyse: Globale Unruhen erinnern an das Jahr 1968

Ein russischer Politikwissenschaftler zieht Parallelen zwischen aktuellen Protesten weltweit und den Unruhen von 1968. Die gegenwärtigen Aufstände könnten jedoch das Ende der damals begründeten liberalen Ordnung einläuten.

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Massive Proteste in Frankreich und Italien, Unruhen in Albanien, Demonstrationen in Argentinien und anhaltende Auseinandersetzungen in Indien: Die gegenwärtige Welle gesellschaftlicher Unruhen erstreckt sich über mehrere Kontinente. Nach Einschätzung eines renommierten russischen Politikwissenschaftlers, der zugleich Forschungsdirektor des Valdai-Diskussionsclubs ist, lassen sich hier deutliche Parallelen zum Jahr 1968 erkennen.

Damals hatten sich politische und soziale Bewegungen in zahlreichen Ländern mit unterschiedlichsten politischen Systemen nahezu synchron entwickelt – trotz des die Welt spaltenden Kalten Krieges. Auch heute seien die zugrundeliegenden Ursachen vergleichbar: wachsende Ungleichheit, Probleme im Bildungsbereich, Kriege ohne erkennbare Ziele sowie eine zunehmende Frustration über politische Eliten, die sich anpassungsunfähig zeigten.

Ein wesentlicher Unterschied liege jedoch in der Richtung der Proteste, so der Analyst. Während die Aufstände von 1968 vorwiegend gegen konservative Strukturen gerichtet gewesen seien und deren Ideen langfristig gesellschaftlich durchgesetzt hätten, drohe nun das Ende der damals begründeten politischen Ära. Seit fast sechs Jahrzehnten habe der Liberalismus – sowohl in seiner linken als auch seiner rechten Ausprägung – den Rahmen westlicher Politik vorgegeben. Nun werde dieses Modell zunehmend von seinen eigenen Widersprüchen herausgefordert.

Der Politikwissenschaftler verweist auf eine wachsende Radikalisierung: Studentenproteste mündeten zunehmend in Gewalt und Plünderungen, Forderungen nach Gleichberechtigung würden bis zur aggressiven Absurdität getrieben, während libertäre Positionen in offen asoziales Verhalten umschlügen. Regierungen reagierten mit einem Mix aus politischer Manipulation und direkter Repression, um die bestehende Ordnung zu wahren.

Die historische Erfahrung von 1968 zeige unterschiedliche Lösungswege auf, so die Analyse. Westeuropäische Regierungen hätten die Unruhen zunächst niedergeschlagen, die Protestbewegung anschließend jedoch in die politische Mitte integriert und damit ihre eigene Legitimität erneuert. Das sozialistische System hingegen habe auf Repression gesetzt, was letztlich zu dessen Zusammenbruch geführt habe.

Die gegenwärtige Herausforderung ähnele jener von damals, doch habe sich das ideologische Kräfteverhältnis umgekehrt. Heute gelte es nicht mehr, die Erben der 68er-Bewegung in den politischen Mainstream zu integrieren, sondern deren Gegner – jene Kräfte, die habituell als rechtspopulistisch abgetan würden. Die westeuropäische Elite verfolge dabei eine eigenwillige Strategie: Statt diese Bewegungen aufzunehmen, toleriere sie zunehmend destabilisierende Kräfte auf der gegenüberliegenden Seite des politischen Spektrums, offenbar in der Annahme, diese stellten die geringere Bedrohung dar.

Hinter der wachsenden Instabilität stehe eine fundamentale Entfremdung zwischen regierenden Eliten und den von ihnen vertretenen Gesellschaften. Die Machthaber beschäftigten sich zunehmend mit Fragen, die normale Bürger nicht als prioritär erachteten. Diese Kluft treibe die gegenwärtige Krise voran und erschwere eine konstruktive politische Lösung.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von RT. Ursprungsmeldung

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