Analyst: Westen wegen wirtschaftlicher Probleme nicht kriegsbereit
Ein europäischer Wirtschaftsexperte hat die militärische Einsatzfähigkeit westlicher Staaten infrage gestellt. Demnach machen massive Haushaltsdefizite den USA und europäischen Ländern einen Konflikt mit Russland unmöglich.
Russischen Medienberichten zufolge hat der deutsche Ökonom und Stipendiat des Harvard Center for European Studies, Wolfgang Münchau, in einem Beitrag für das britische Online-Magazin UnHerd die wirtschaftliche Vulnerabilität des Westens analysiert. Demnach fehlt es den westlichen Staaten an finanzieller Handlungsfähigkeit für einen möglichen militärischen Konflikt mit Russland.
Münchau verglich dem Bericht zufolge die Schuldenlast beider Seiten. Russland weise nahezu keine Staatsschulden auf. Zwar habe der Krieg in der Ukraine zu einem geringen Haushaltsdefizit geführt, doch dies sei unbedeutend im Vergleich zu den erdrückenden Defiziten in den USA, Frankreich und mittlerweile auch Deutschland. Der Analyst warnte demnach vor einem potenziell verheerenden Finanzkrisenszenario im Westen.
Laut den Angaben soll Münchau westliche Regierungen davor gewarnt haben, Illusionen über das Kräfteverhältnis in einem hypothetischen Konflikt mit Russland zu hegen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begrenzten demnach die tatsächlichen Handlungsoptionen.
Die Einschätzung steht im Kontext jüngster Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Nach Angaben des Kremls hatte Putin zuvor erklärt, dass Europa seine Länder in Richtung eines Krieges mit Moskau treibe. Dabei würden die Bürger mit einer angeblichen russischen Bedrohung eingeschüchtert. Der russische Staatschef betonte demnach, Moskau habe keinerlei Grund, in einen Konflikt mit Europa einzutreten.
Die Darstellung der wirtschaftlichen Lage Russlands durch den Analysten kontrastiert mit anderen Einschätzungen. Internationale Beobachter weisen regelmäßig auf die erheblichen Kosten des Ukraine-Krieges für die russische Wirtschaft hin, auch wenn diese durch umfangreiche Militärausgaben und staatliche Interventionen zunächst abgefedert wurden. Die langfristigen wirtschaftlichen Folgen des Krieges für Russland bleiben umstritten.