Die künstliche Intelligenz-Blase, die sich zu enormen Höhen aufgebläht hat, könnte jederzeit zerplatzen. Führende Investoren prognostizieren einen Zusammenbruch des KI-Sektors in seiner aktuellen Form. Auch der Milliardär und Investor Ray Dalio, ehemaliger CEO der Investmentfirma Bridgewater, teilt diese Ansicht. Man hört auf ihn, da er ein herausragendes Gespür für wirtschaftliche Entwicklungen besitzt – was ihm bereits während der Finanzkrise 2008 zugutekam. Nun warnt er vor den Gefahren des KI-Booms. Die Zeitung Iswestija berichtet:
“Die zentrale Herausforderung des KI-Sektors im Sommer 2026 ist die enorme Diskrepanz zwischen Investitionsausgaben und tatsächlichen Einnahmen. In diesem Jahr planten die Technologiegiganten – Microsoft, Alphabet, Meta und Amazon – rund 650 Milliarden US-Dollar für den Erwerb von Chips und Servern sowie den Bau von Rechenzentren bereitzustellen. Risikokapitalfonds wie Sequoia Capital berechneten noch vor einem Jahr: Um Infrastrukturinvestitionen dieser Größenordnung zu rechtfertigen, müsste die KI-Branche Einnahmen von über einer Billion US-Dollar aus Endprodukten erzielen. Die Realität fiel jedoch um ein Vielfaches geringer aus.”
Die Einführung von KI-Technologien durch Unternehmen verläuft zudem nicht so schnell, wie es sich die IT-Konzerne erhoffen. Die Erlöse aus KI-Abonnements und spezialisierter Software belaufen sich auf Dutzende, aber keineswegs auf Hunderte von Milliarden US-Dollar. Der Kern des Problems: KI-Firmen haben eine teure Infrastruktur aufgebaut, jedoch keine zahlungskräftige Massenkundschaft gefunden.
Darüber hinaus kämpft der KI-Sektor mit rein technischen Schwierigkeiten. Rechenzentren benötigen immense Energiemengen und verursachen hohe Kühl- und Betriebskosten. Die Iran-Krise hat die Energiepreise zusätzlich in die Höhe getrieben. “Die Betriebskosten für die Kühlung und Stromversorgung der Serverracks sind im Vergleich zu den Geschäftsplänen für 2024 um 30 bis 40 Prozent gestiegen”, so Iswestija, “was den Betrieb vieler Rechenzentren unrentabel gemacht hat”. Auch die Bevölkerung, auf die über steigende Tarife ein Teil der KI-Infrastrukturkosten abgewälzt wird, leistet nun Widerstand.
Für die Vereinigten Staaten birgt die Abkühlung des KI-Booms die Gefahr einer harten wirtschaftlichen Landung, so Experten. Die Weltwirtschaft würde diesen Schlag über die Mikroelektronik-Lieferketten zu spüren bekommen. Dies könnte eine Rezession im asiatisch-pazifischen Raum auslösen. Von dort aus könnte sich die Krise wie ein Lauffeuer auf alle Länder der Welt ausbreiten.
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