Angreifer vor israelischer Botschaft in Belgrad erschossen
Ein bewaffneter Angreifer ist bei einem Anschlagsversuch auf die israelische Botschaft in der serbischen Hauptstadt von einem Wachmann getötet worden. Die serbische Regierung hat die Terrorwarnstufe daraufhin auf das höchste …
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf Mittwoch gegen 00:15 Uhr Ortszeit. Nach Angaben der serbischen Regierung griff ein minderjähriger Tatort einen Angehörigen der Gendarmerie mit zwei Messern an. Der Angreifer soll dabei den Ausruf „Allahu Akbar“ gerufen haben. Der Wachmann setzte seine Dienstwaffe ein und erschoss den Angreifer in Notwehr. Dabei erlitt der Beamte selbst leichte Verletzungen.
Laut der Belgrader Oberstaatsanwaltschaft öffnete der Täter die Tür der Wachkabine und warf ein Messer, das den linken Wangenbereich des Beamten traf. Der Gendarmerist feuerte daraufhin mehrere Schüsse ab, die den Angreifer töteten. Die Identität des mutmaßlich aus der westserbischen Stadt Sabac stammenden Jugendlichen stand zunächst noch nicht fest.
Der serbische Innenminister im Amtsgeschäft, Ivica Dacic, bestätigte die Einzelheiten des Vorfalls in einer Pressemitteilung. Die Regierung reagierte mit der höchsten Terrorwarnstufe auf den Angriff.
Es ist nicht das erste Mal, dass die israelische Vertretung in Belgrad Ziel eines Gewaltakts wurde. Im Juni 2024 hatte bereits ein mit einer Armbrust bewaffneter Angreifer einen serbischen Polizisten am Botschaftsgelände verletzt, bevor er ebenfalls erschossen wurde.
Israelische Botschaften weltweit befinden sich seit dem Beginn des Gazakriegs im Oktober 2023 in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Die israelische Regierung hatte im Mai 2024 nach einem tödlichen Angriff auf zwei Botschaftsmitarbeiter in Washington verschärfte Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Der Täter hatte bei seiner Festnahme angegeben, aus Solidarität mit Palästina und Gaza gehandelt zu haben.
Der jüngste Angriff in Belgrad fiel zeitlich mit der Auszählung der Stimmen zur israelischen Parlamentswahl zusammen. Bei der Abstimmung am Dienstag war die höchste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten verzeichnet worden. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu strebt eine weitere Amtszeit an, doch weder sein Bündnis noch die oppositionelle Gruppierung erreichten bislang die für eine Parlamentsmehrheit nötigen 61 Sitze.